Im Mai vergangenen Jahres gründeten er deshlab mit Nicolas Bürger, seinem Mitgründer,  die Vermittlungsplattform. Zirka 8000 Umzugsanfragen haben sie seither verarbeitet. Der Preis pro Umzug liegt dabei im Schnitt bei 1200 Schweizer Franken, also rund 1126 Euro. Eine Provision im niedrigen zweistelligen Bereich fließt davon an Movu.

Skepsis von allen Seiten

Unterstützt wird das Unternehmen von rund 70 Firmen, die mit Movu ein Partnerschaftsverhältnis eingegangen sind. Doch trotz guter Zahlen, die das Start-up präsentiert, will längst nicht jeder mit dem Neuling zusammenarbeiten: „Ein disruptives Modell in einem festgefahrenen Markt anzubieten ist schwierig“, muss Decrue eingestehen.

Viele der arrivierten Umzugsunternehmen wollten sich darauf gar nicht einlassen und auch auf Kundenseite gäbe es große Bedenken. „Einige Anbieter sind sehr schlecht und versuchen mit möglichst tiefen Preisen Aufträge zu gewinnen“, sagt Decrue, der das Misstrauen der Kunden nachvollziehen kann. „Hier setzen wir an, machen den Markt transparent und helfen dem Kunden, nur seriöse Firmen in Betracht zu ziehen.“

Zu Gute kommt ihm der Schweizer Markt. Obwohl durchschnittlich nur 700.000 Schweizer pro Jahr umziehen, ist der Wohlstand mitverantwortlich für den Erfolg Movus. „Die Schweizer beauftragen tendenziell eher eine Firma für den Umzug als Bürger anderer Länder“, sagt Decrue. Zudem gehe er davon aus, dass die Menschen künftig noch mobiler würden und der Markt dadurch weiter wachse.

„Deutschland ist Europas schwierigster Markt“

Der Erfolg der Gründer schürt inzwischen erste Expansionspläne. Sollten die nächsten Investitionsrunden genug Geld einfahren, soll es schon bald nach Deutschland gehen. Für Experte Hochgesang ein gewagter Schritt, den er nur eingeschränkt empfiehlt. „Der deutsche Umzugsmarkt ist zwar seit Jahren stabil, verläuft aber tendenziell eher abnehmend.“