Die Gründer von Box at Work wollen es dennoch versuchen. Seit Januar dieses Jahres verleihen sie in Berlin rund 4.000 stabile Plastikkisten, die selbst den schwersten Büchern standhalten sollen. Passé seien die Zeiten gerissener Kartons und auch die Umwelt werde nach eigenen Angaben geschont. Der Clou: Die Boxen sind zu 100 Prozent recyclebar und können bis zu 400 Mal wiederverwendet werden. „Im Vergleich zu herkömmlichen Pappkartons lassen sich so unzählige Bäume erhalten und Wasser sowie Elektrizität sparen“, heißt es auf der Webseite.

Experte Hochgesang allerdings ist skeptisch. Die Methode sei seit Jahren etabliert im Profi-Bereich, in dem ständig Akten, Papierstapel und Büroutensilien hin und her bewegt werden müssten. „Es gibt Wettbewerber, die haben Tausende dieser Boxen im Bestand und sogar eigene Waschstraßen für ihre Reinigung entwickelt“, betont Hochgesang. „Das sind echte Umzugs-Profis.“

Das Start-up Box at Work jedoch, das sich vor allem auf private Umzüge spezialisiert hat, hätten weder die Erfahrung noch den Standard zu bieten. Hinzu komme: „Normaler Hausrat ist viel komplexer als Büroinventar und das Volumen nur schwer zu erfassen“, sagt Hochgesang. „Ich bin gespannt, ob die sich halten können.“

Schweizer Gründer vermitteln Umzugsunternehmen

Einen anderen Weg beschreitet das Schweizer Start-up Movu, das Privatpersonen und Umzugsunternehmen zusammenbringt. Auf der Internetseite des Unternehmens können Umzügler per Liste, Video oder Anruf ihren Hausrat dokumentieren und sich bis zu fünf Reinigungs- oder Umzugsofferten einholen. Diese können sie dann anhand der Preise und der Kundenbewertungen auf der Seite vergleichen.

„Umziehen ist ein unglaublich mühsamer Prozess“, sagt Laurent Decrue, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens. „Mit unserem Angebot wollen wir den Kunden diese Erfahrung vereinfachen.“ Der Schweizer Umzugsmarkt sei zudem extrem intransparent und hoch ineffizient. „Daran wollen wir was ändern.“