Das Start-up will Verkehrsunternehmen zeigen, was sich ihre Fahrgäste wünschen. Ein Telekommunikationskonzern steigt nun als Kunde ein – und bringt Kapital mit.

Wer in einer Großstadt wie Berlin, München oder Hamburg lebt und auf ein eigenes Auto verzichtet, fährt am Tag oft Dutzende Kilometer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Nutzung von Bus, S-Bahn, U-Bahn gehört zum Alltag vieler Menschen – und dabei ist eines besonders wichtig: Der reibungslose Ablauf, so dass man ohne langes Warten von A nach B kommt.

Das Zusammenwirken einzelner Transportmittel zu verbessern, hat sich das 2015 gegründete Potsdamer Smart-Mobility-Start-up Motiontag auf die Fahnen geschrieben. Dessen Gründer haben eine Technik entwickelt, die in Echtzeit und vollautomatisch Daten der Nutzer sammelt, wenn diese mit der App eines Verkehrsunternehmens ihre Wege planen.

So kann anonym nachvollzogen werden, wie die Kunden agieren: Wann, wo und wohin bewegen sie sich? Welche Verkehrsdienste nutzen und kombinieren sie? Welche Fahrscheine erwerben sie? Dank dieser Informationen sollen die Verkehrsunternehmen die Navigation der Passagierströme optimieren und zukünftig beispielsweise Überlastungen auf bestimmten Strecken vermeiden können.

Vergrößerung des Teams geplant

Im Januar 2018 erhielt Motiontag dafür das erste Investment in Höhe von 1,3 Millionen Euro von der BFB Brandenburg Kapital, der Schweizerischen Post sowie von fünf Business Angels. Jetzt fließt wieder frisches Kapital: Wayra, eine Investment-Tochter des Telekommunikationsunternehmens Telefónica, beteiligt sich mit einem mittleren sechsstelligen Investment. Die genaue Summe wollte das Start-up auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer nicht nennen. 

„Mit dem Geld aus der aktuellen Pre-Series A Finanzierungsrunde sollen neue Mitarbeiter für unser Entwicklungsabteilung sowie für unser Sales Team eingestellt werden. Wir wollen die Vermarktung unserer Produkte vorantreiben und das möglichst bald auch international“, sagte die Geschäftsführung gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Über die Zahlung des Geldes hinaus gehen beide Parteien auch eine strategische Partnerschaft ein – Telefonicá wird so zum Kunden des Start-ups. Zu den weiteren Kunden von Motiontag gehören unter anderem die Berliner Verkehrsgesellschaft, die Deutschen Bahn, die Schweizer Bundesbahn, Logistik-Unternehmen wie Postlogistics sowie nicht näher benannte Sharing-Anbieter und Automobilkonzerne.