Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von MotionMiners, René Grzeszick, Sascha Kaczmarek und Sascha Feldhorst, an. Ihr Start-up hilft Logistikern, schneller die richtigen Pakete zusammenzustellen. Wie urteilt Investor Frank Thelen?

Sascha, René und Sascha, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir analysieren manuelle Arbeitsprozesse, ohne selbst danebenzustehen. Die Mitarbeiter unserer  Kunden tragen dafür Sensoren am Arm und am Gürtel. Die zeichnen die Bewegung anonymisiert auf,  etwa wenn ein Lagermitarbeiter eines Onlinehändlers Ware aus dem Regal holt und verpackt.  Intelligente Algorithmen analysieren die Daten, rekonstruieren Prozess, Körperhaltung, Bewegung und  Hilfsmittel. Unsere Experten machen anhand dessen anschließend Verbesserungsvorschläge. Irgendwann soll die Software so viel gelernt haben, dass sie das selbst kann.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben zuvor an der TU Dortmund und am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik daran geforscht – und entschieden, mehr draus zu machen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Unternehmen buchen klassisch unseren kompletten Service. Seit diesem Jahr bieten wir die Technik  aber auch als Lizenz an, sodass Kunden Messung und Analyse selbst übernehmen können.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …bodenständig wie im Ruhrgebiet. Aber wir sind auch sehr kreativ und sehr professionell.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere Mitarbeiter stammen aus Deutschland oder haben ihre Wurzeln etwa in Kolumbien oder Thailand. Wir haben Ingenieure, Designer, Datenwissenschaftler und mehr im Team, aber zurzeit leider  nur eine Frau.

Was war euer größter Rückschlag?
Ein Lieferant hatte ein falsches Bauteil in unsere Sensoren verbaut, und der erste Ausliefertermin nahte.  Da mussten wir einige Nachtschichten einlegen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir weltweit Marktführer in der automatischen Analyse manueller Arbeit, auch außerhalb der Logistik, etwa in Krankenhäusern, und haben über 200 Mitarbeiter.

Fakten zum Start-up

Kunden: mehr als 30, darunter Rhenus, DB Schenker, Škoda, Hugo Boss
Finanzierung: Laufender Umsatz, Fördermittel, Forschungsprojekte
Gründung: 2017 in Dortmund
Mitarbeiter: 23

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Heute werden die Daten zur Prozessoptimierung genutzt, aber schon bald werden damit  intelligente Roboter trainiert. Deshalb sollte MotionMiners darauf achten, auch bei der Lizenzierung Eigentümer der Daten zu bleiben.“
Frank Thelen, Gründer der Wagniskapitalfirma Freigeist, einstiger Investor bei MyTaxi und Wunderlist

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