Klingt nach einer Erfolgsgeschichte, doch eine Frage muss man sich in Anbetracht der Vielzahl an Neugründungen stellen: Laufen sich die Online-Shops für Mode nicht gegenseitig den Rang ab?

Ronald Kriedel, Geschäftsführer der Entrepreneurship School an der Technischen Universität Dortmund, sieht das nicht so: „Das ist das klassische Henne-Ei-Problem: Nehmen sich die Shops Kunden weg oder befruchten sie sich eher gegenseitig? Ich bin der Meinung, dass die Neugründungen generell Aufmerksamkeit beim Kunden generieren und dass das den Unternehmen gut tut.“

Die passende Nische macht den Erfolg

Allerdings: Natürlich können nicht alle wirtschaftlich erfolgreich sein. Wer nur kopiert und den zwanzigsten Zalando-Klon gründet, darf nicht mit einem allzu großen Erfolg rechnen. „Gegen solche großen Händler, die so eine große Kapitaldecke im Hintergrund haben, hat man als Startup mit gleichem Geschäftsmodell keine Chance.“

Wer jedoch die passende Nische findet, kann es schaffen. Das beweist der Online-Shop Rebelle. Das Hamburger Unternehmen hat sich auf sogenannte „Preloved Fashion“ spezialisiert – Designer-Mode, die bereits getragen wurde und nun – gut erhalten – wieder in den Verkauf geht. Die Investoren glauben an das Konzept – nur ein  knappes Jahr nach der Gründung beteiligten sie sich in einer zweiten Finanzierungsrunde mit einem mittleren siebenstelligen Betrag an dem Start-up

„Ja, es gibt im Internet schon alles zu kaufen“, sagt Alexander Eulenburg vom Company Builder Hanse Ventures, der als Mitgründer an Rebelle beteiligt ist, „man darf als Start-up nur eben nicht den Fehler machen zu versuchen, sich zwischen Zalando und Amazon zu platzieren. Aber es finden sich immer noch viele hochinteressante Nischen, wenn maßgeschneiderte Geschäftsmodelle fehlen.“