Die Start-ups wollen ihre Kartenlesegeräte für Smartphones zukünftig gemeinsam verkaufen. Doch der Zusammenschluss soll Stellenstreichungen mit sich bringen.

Die Gerüchteküche hatte schon länger gebrodelt, jetzt ist es offiziell: Die beiden mobile Payment Start-ups Payleven und SumUp fusionieren, wie heute bekannt wurde. Alle Anteilseigner hätten der Transaktion zugestimmt, die neu entstandene Firma, die unter dem Namen SumUp agieren wird, soll von SumUp-Chef Daniel Klein geführt werden. Payleven-Mitgründer Konstantin Wolff wird Marketing-Chef. Wie sich die Anteile an dem neuen Unternehmen auf die bisherigen Investoren verteilen werden, teilte Sumup auf Anfrage von Wirtschaftswoche-Gründer nicht mit.

Die IT-Plattform werde von SumUp übernommen, zugleich wolle sein Unternehmen von den Stärken von Payleven im Vertrieb profitieren, sagte Klein gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Man könne sich keinen besseren Partner vorstellen: „Vor uns liegt jede Menge harter Arbeit, doch gemeinsam werden wir neue Wachstumspotentiale erschließen und den Service und das Produktangebot für unsere Händler bedeutend ausbauen können.“

Schnelle Expansion

Die Berliner Unternehmen, die beide seit 2012 auf den Markt sind, haben sich zum Ziel gesetzt kleinen und mittelständischen Unternehmen, wie Bäckereien, Cafés oder Friseursalons die Möglichkeit zu geben ihren Kunden EC- und Kreditkartenzahlungen anzubieten, indem Smartphones und Tablets in Lesegeräte für Karten verwandelt werden.

Beide Anbieter trieben in den vergangenen Jahren eine schnelle Expansion voran, erst im vergangenen Herbst war SumUp in Schweden und in den USA gestartet und ist somit in insgesamt 15 Ländern aktiv.

Nach eigenen Angaben hat das Start-up über 100 Mitarbeiter. Der Expansion vorangegangen war ein Investment über 10 Millionen Euro unetr anderem von BBVAVentures und Groupon. Das bescherte dem Start-up eine Gesamtfinanzierung von 50 Millionen Euro. American Express und weitere existierende Investoren waren ebenfalls an der Finanzierungsrunde beteiligt.

Payleven – aus dem Hause Rocket Internet – sammelte bisher umgerechnet rund 46 Millionen Euro ein. Erst im Februar erhielt das Start-up zehn Millionen US-Dollar, als neuer Investor konnte Seventure gewonnen werden. Auch die bisherigen Geldgeber Holtzbrinck Ventures, Ru-net, B Cinque, New Enterprise Associates und Mepay investierten erneut. Damit kam Payleven auf eine Finanzierungssumme von 51 Millionen Dollar. Das Start-up war vor der Fusion in elf Ländern unterwegs, darunter Belgien, Brasilien, Frankreich und Spanien.

Stellenabbau geplant

SumUp-Chef Daniel Klein gab außerdem bekannt, dass es im Zuge der Fusion einen Stellenabbau geben werde. Das neue SumUp werde rund 300 Mitarbeiter haben. In den Bereichen, die sich überschneiden, sei ein Stellenabbau notwendig. Konkrete Zahlen wollte das Unternehmen nicht nennen.

Und noch eine Herausforderung wartet auf SumUp: Die Berliner werden sich in Zukunft gegen den schwedischen – und europaweit führenden – Rivalen iZettle und das amerikanische Unternehmen Pionier Square behaupten müssen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich einige der anvisierten Märkte als schwierig entpuppten: 2014 schloss SumUp seinen Standort in Irland nach nur 18 Monaten wieder. Auch aus Russland – wohin das Startup 2013 expandiert war – zog man sich aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage zurück.