Im September geben Sie öffentlich Ihr Urteil über Gründer und deren Geschäftsideen ab – als Juror beim Start-up-Wettbewerb der Investmentgesellschaft von ProSieben Sat. 1. Worauf werden Sie bei den Pitches besonders achten?
Für mich ist ganz entscheidend, mit wie viel Leidenschaft die Gründer dabei sind und mit welcher Überzeugung sie an die Idee herangehen. Außerdem kommt es darauf an, wie gut die Gründer ihre Idee vor Investoren verkaufen können. Da können noch so gute Zahlen auf dem Papier stehen – ohne persönliche Begeisterung kommen Unternehmer nicht zum Erfolg.

Nach dem Wettbewerb kommt das Training: Welche Ihrer Erfahrungen als Profisportler wollen Sie an Gründer weitergeben?
Im Sport ist es wichtig, immer zielgerichtet zu sein. Man muss sein Ziel akribisch verfolgen und strategisch klug angehen. Das gilt natürlich auch für Gründer: Sie müssen sich bewusst sein, dass ihre Idee nicht in wenigen Wochen und Monaten zum Erfolg führt, sondern viel Durchhaltevermögen gefordert ist. Selbst mit einer stabilen Finanzierung im Rücken wird das nichts, wenn Gründer nicht bereit sind, viel Zeit zu investieren. Ich würde immer empfehlen, nicht an den schnellen Exit zu denken, sondern vernünftig zu wachsen.

Trotz Leidenschaft und Durchhaltevermögen – die meisten Start-ups gehen bei Start-up-Wettbewerben als Verlierer vom Platz. Ist sportliche Fairness eine wichtige Tugend für Gründer?
Sportliche Fairness vielleicht nicht unbedingt. Aber für jeden Gründer ist es wichtig, loyal mit Partnern umzugehen, die die Firma seit Jahren begleiten. Es wird in der Geschäftswelt wie auch im Sport immer passieren, dass man Entscheidungen trifft, die andere vor den Kopf stoßen. Aber man muss dies mit Respekt und Anstand tun. Man wird als Gründer auch mal verlieren und falsche Entscheidungen treffen. Damit muss man umgehen und auch mit Niederlagen leben können und akzeptieren, wenn jemand anderes besser ist.