Niederlagen sind ja bei Investoren an der Tagesordnung – nur die wenigsten Deals sind wirklich ein Treffer. Wie sieht Ihre Siegesstrategie aus?
Kein Investor verschenkt gerne Geld. Aber es gibt verschiedene Typen. Mir ist es nicht so wichtig, in kurzer Zeit möglichst viel an einem Start-up zu verdienen. Als Investor reizen mich die Menschen, die eine Idee entwickeln und sie auch nachhaltig vorantreiben. Ich sehe dabei meine Verantwortung, die Idee längerfristig am Laufen zu halten.

Sind für Sie als Investor nur Start-ups aus dem Sport- und Gesundheitsbereich interessant?
Nein, ich schaue mir zum Beispiel auch Start-ups an, die aus der IT kommen und Apps anbieten. Ich bin grundsätzlich sehr neugierig auf verschiedenste Konzepte. Ich finde, man sollte da als Investor nichts ausschließen. Die Arbeit in der Medienbranche zum Beispiel durfte ich als ehemaliger Profi-Sportler fast 30 Jahre live erleben. Doch selbst da gibt es Grenzen bezüglich der Dinge, die ich mit fast 50 Jahren verstehe. Viele Dinge lasse ich mir von Experten erklären, aber ich würde nie in Themen investieren, zu denen ich gar keinen Zugang habe. Denn ich finde, man muss sich als Investor selbst einbringen können.

Woher kam damals Ihre Motivation, selbst zu gründen?
Ich hätte immer gerne Medizin studiert, aber habe mich dann für die Tennis-Karriere entschieden – was aus heutiger Sicht die bessere Wahl war. Aber für Medizin interessiere ich mich nach wie vor. Gerade für Sportler ist der Körper natürlich wichtiges Kapital. Und als die Idee mit dem Rückenzentrum in Hamburg im Raum stand, hat mich die Chance gereizt. Neben Kapital konnte ich hier Erfahrungen aus der Sicht des Patienten einbringen.

Hätten Sie Lust, nochmal eine Firma zu gründen?
Ich hätte schon Lust, nochmal zu gründen – mit der richtigen Idee und Partnern, mit denen man das vorantreiben kann. Dann ist eine Firmengründung immer reizvoll. Aber gleichzeitig sollten die Unternehmer, in die ich investiere, nicht nur Geld, sondern vor allem auch Input suchen. Das ist für mich auch eine gute Gelegenheit, mich einzubringen.

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