Sociomantic

Es zeugt von Ironie, dass Thomas Brandhoff, Lars Kirchhoff und Thomas Nicolai als Gründer des Adtech-Start-ups Sociomantic auf Werbetechnologien setzten, aber selbst nur selten Eigenwerbung oder Marketing betrieben. Die Initiatoren des 2009 gegründeten Unternehmens erklärten ihre Strategie im Gespräch mit der „Gründerszene“ vor zwei Jahren so: „PR ist kein Maßstab für Unternehmenserfolg.“

Heute, zwei Jahre und einen 200-Millionen-Dollar-Exit später, hat sich dieser Satz bewahrheitet. Die drei Gründer verkauften ihr Adtech-Unternehmen im März 2014 an eine Tochterfirma des britischen Einzelhandelsriesen Tesco. Sociomantic gilt damit als einer der großen Exits der deutschen Start-up-Szene.

Der Erfolg des in Berlin stationierten Unternehmens basierte auf seiner Idee: Sociomantic hat sich darauf spezialisiert, bei Echtzeit-Auktionen von Werbeplätzen (Real Time Bidding) die günstigsten Banner zu finden, gleichzeitig aber auch die richtige Zielgruppe. Dafür hat das Start-up verschiedene Werkzeuge entwickelt, die diesen Prozess – von dem der Nutzer nichts wahrnimmt – optimieren. Als Kunden konzentriert sich das Start-up auf die Firmen, die Werbung schalten wollen.

Ohne auch nur einen Cent in Finanzierungsrunden einzusammeln, schaffte es Sociomantic damit vom Drei-Personen-Start-up zu einem weltweit agierenden Unternehmen, das zum Zeitpunkt seines Exits 200 Mitarbeiter beschäftigte und 60 Länder bediente. Auch heute noch wirbt die Adtech-Firma auf ihrer Webseite damit, dass sie seit ihrer Gründung profitabel war.