Wieder ziehen drei Start-ups in den Merck Accelerator ein. WirtschaftsWoche Gründer liegt exklusiv vor, wen sich der Pharmakonzern ausgesucht hat.

Themen, die künftig wichtig werden: Darauf setzt der Pharmakonzern Merck – und fördert gezielt Start-ups, die irgendwie auch die Welt verändern wollen. Für sein Accelerator-Programm hat Merck mit Check-Er, Peat und Matibabu drei Start-ups ausgewählt, die sich von eHealth-Lösungen bis hin zu Artificial Intelligence beschäftigen. Diese Start-ups ziehen in den Accelerator ein.

Das israelische Start-up „Check-Er“ hat eine App entwickelt, die die Wartezeit in Notaufnahmen effizienter gestaltet – und zwar schon vor dem Besuch. So werden unnötige Wartezeiten verhindert. In der App werden die Symptomen abgefragt und dem Patienten mitgeteilt, wie lange er vermutlich warten muss. Notfälle sind natürlich ausgenommen. Bislang hat das Start-up aus Tel Aviv 50.000 US-Dollar eingenommen und in Israel steht ein erster Testlauf an, an dem 15 Krankenhäuser teilnehmen werden.

Simone Strey und Alexander Kennepohl haben mit ihrer Artificial Intelligence Software „Plantix“ die Jury ebenso überzeugen können. Das Start-up „Peat“ hat eine App entwickelt, mit der Landwirte Fotos von eventuell erkrankten Pflanzen machen und diese von Plantix evaluieren lassen. So kann der unnötige Gebrauch von Pestiziden in der Landwirtschaft verhindert werden. Hinter Plantix steht eine Datenbank aus Fotos mit erkrankten Pflanzen sowie eine Software, die diese Merkmale visuell „erlernt“ und dann in Form von Bilderkennung bei den eingereichten Fotos überprüft. So kann umgehend diagnostiziert werden, ob Pflanzen erkrankt sind oder nicht. In Deutschland wurde dei App bereits 20.000 Mal heruntergeladen und 15.000 Bilder wurden eingereicht. Künftig könnter das Unternehmen nach Indien expandieren.

Das Start-up Matibabu aus Uganda hat eine Lösung entwickelt, um eine Malaria-Diagnose via Smartphone und ohne Blutabnahme zu ermöglichen. Dafür haben die Gründer Josiah Kavuma und Shafik Sekitto bereits 75.000 US-Dollar eingesammelt. Matibabu hat nicht nur eine App, sondern auch einen Sensor entwickelt.  Der Sensor wird vom Patienten selbst am Finger befestigt und sendet einen Lichtstrahl auf den Finger. Die Veränderung der roten Blutkörperchen bei einer Malaria-Erkrankung sorgt für eine höhere Absorbtion des Lichts. Somit kann durch das Licht erkannt werden, ob eine Malaria-Erkrankung vorherrscht oder es lediglich ein normales Fieber ist.

In der zweiten Runde gab es knapp 200 Bewerbungen aus 33 Ländern, darunter Start-ups aus den USA, Russland, Israel und Spanien. In das Innovationszentrum gegenüber von der Merck-Hauptzentrale werden die Gründer einziehen und sich von Merck beraten lassen. Michael Gamber leitet das Innovationszentrum und ist sich sicher, dass auch Merck von der Zusammenarbeit profitieren wird: „Mit der Auswahl hier in Darmstadt setzen wir Themen auf die Agenda, die von globaler Bedeutung sind. Von Malaria-Diagnose bis hin zum Einsatz digitaler Technologie in der Landwirtschaft. Wir freuen uns, dass wir auch thematisch unserem international ausgerichteten Accelerator gerecht werden können“, sagte er nach dem Pitch Day In jedes Start-up investiert Merck 25.000 Euro.