Wie ist es zu der Nebenbei-Gründung gekommen?
Per Zufall. Das Fliegen war schon als kleines Mädchen mein absoluter Traumberuf, ich habe bereits mit Anfang 20 meinen Job als Flugbegleiterin angefangen. Nach zwei Jahren habe ich aber auch gemerkt: Ich mag den Beruf, aber das kann noch nicht alles gewesen sein. Deshalb habe ich zunächst nebenbei einen MBA in Buenos Aires gemacht. Da gibt es eine Art Summer School, in der ich über zwei Jahre hinweg im deutschen Winter Kurse besuchen konnte – immer drei Monate am Stück. Die Gründung ist das Ergebnis meiner Masterarbeit zum Thema Entrepreneurship.

Wie kamen Sie denn genau darauf?
Eine Marktanalyse zeigte mir damals, dass es bei Rundreisen mit öffentlichen Bussen eine Nische gibt.

Wie sieht diese Nische konkret aus?
Das bisherige Angebot sah so aus: Wenn Sie eine Rundreise egal in welchem Land planten, gingen Sie zum Reisebüro und meist gab es dort nur drei Kataloge: Gruppenreisen, Mietwagenreisen, Individualreisen. Aber viele dieser Reisen sind sehr unflexibel oder zu teuer. Und nicht jeder traut sich zu, ein Land mit einem Mietwagen zu erkunden. Meine Idee war es, mit Linienbussen durchs Land zu reisen und den Kunden dabei Bustickets, Transfers, Ausflüge und Hotelübernachtungen inklusive anzubieten. Ein Art „organisiertes Backpacking“, aber nicht nur für Rucksackreisende.

Aber sind Busse nicht eher unbequem?
Busse in Lateinamerika haben einen ganz anderen Standard, der eher mit der Businessklasse vergleichbar ist. Ich frage mich ohnehin, warum wir so Luxusbusse nicht auch in Deutschland haben.

Wie haben Sie Ihre Gründung finanziert?
Das war ein großes Problem. Ich wollte nur mit einem vierstelligen Kapital gründen. Doch das war den Banken schlicht zu wenig. Dafür wollten sie ihren KfW-Kredit nicht einsetzen. Aber für mich kam eine fünfstellige Summe nicht in Frage, nur um den Kredit zu bekommen. Also habe ich am Ende auf meine Ersparnisse zurückgegriffen. Nun muss ein Reiseveranstalter der Reisen außerhalb der EU veranstaltet, auch bei der Steuer auf andere Aspekte achten als ein Angestellter.

Welche anderen Aspekte sind das konkret?
Reisen,  die außerhalb der EU veranstaltet werden, fallen unter einer Sonderregelung für Reiseveranstalter: Man muss extrem aufpassen, welche Leistungen steuerbar, nicht steuerbar oder befreit sind.