Beispiele aus der Start-up-Szene

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir gar nicht in den Kongo oder in die Schweiz schauen. Wir finden ähnliche Ansätze bei uns: in der Start-up-Szene. Die Großen und Mächtigen der Branche versorgen uns mit Kapital und im Gegenzug beginnen wir Gründer, wie Marionetten zu funktionieren. Ich möchte ein Beispiel geben: kein Gründer, den ich kenne, hält sich an die gesetzlich maximale Arbeitszeit oder den Mindesturlaub, der vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. Die heutigen Arbeitszeiten eines Gründerteams wären auch im Zeitalter der industriellen Revolution kaum zu toppen gewesen. Bis zum Schachmatt!

Während also Großkonzerne und die Mächtigen einer Volkswirtschaft (den AirBerlin-Deal und den Dieselskandal mal unausgesprochen) anscheinend Narrenfreiheit genießen, sollte sich also ein Gründer bewusst sein, wie schnell er mit einem Fuß im Gefängnis steht. Und mit dem anderen beim Insolvenzverwalter.

Aus Fehlern lernt man

Nochmal zurück zu den Paradise Papers. Genauso wenig Aufmerksamkeit, wie die allgemeine Bevölkerung diesem Skandal schenkte, tat es übrigens auch die Politik bei den Sondierungsgesprächen in den letzten Wochen. Und kaum jemanden interessiert es. Und auch mich nicht mehr. Denn würde ich meine unternehmerischen Entscheidungen an diese gescheiterten Verhandlungen anlehnen, müsste ich mich fragen: Ist gar nicht gründen besser als falsch gründen?

Diese Frage kann ich definitiv mit Nein beantworten. Denn nur aus Fehlern lernt man. Und eine Einladung zur Fuckup-Night hätte die vermeintliche ‚Start-up Partei Deutschlands“ sicherlich auch einfacher und günstiger bekommen können.