Und auf welchen Ort/welche Region blicken Sie neidisch?
Es gibt natürlich Standorte, die durch gewisse Incentives im Tech-Bereich oder Steueranreizmodelle einen sehr großen Wettbewerb darstellen. Länder wie Frankreich, Kanada, oder UK, aber auch immer mehr osteuropäische Länder bieten sowohl für Produktion als auch für die Ansiedlung der Unternehmen steuerliche Vorteile und werden so sehr attraktiv. Der Wettbewerb findet mittlerweile auf internationaler Ebene und nicht mehr nur in Deutschland statt.

Regulierung: Welches neue Gesetz würde helfen? Oder welches bestehende Gesetz müsste weg (oder sich ändern)?
In unserem speziellen Medienumfeld ist es ganz klar das Thema Finanzierung, besonders mit Blick auf den internationalen Wettbewerb. In Deutschland gibt es festgelegte Fördertöpfe, und wenn die leer sind, sind sie leer. Wie schon gesagt, gibt es in anderen Ländern steuerliche Anreizmodelle, die natürlich nicht einfach enden. Große international Produktionen machen beispielsweise alles, was digitale Effekte angeht, u. a. in Kanada, da sie dort 45% Steuererlass bekommen. Da sind wir dann nicht mehr wettbewerbsfähig.

Kooperationen: Sind Mittelständler und Konzerne eher Freund oder Feind?

Freund, absolut. Der ganze Standort Babelsberg baut darauf auf. Es gibt Konzerne wie die UFA mit Bertelsmann dahinter, aber auch viele kleine und mittelständische Unternehmen und nun kommen nach und nach die Startups dazu. Es ist also ein gewachsener Standort, der nicht künstlich entstanden ist. Daher ist es auch für die Startups attraktiv, dass sie nicht unter sich bleiben, sondern dass sie den Zugang zu den großen Unternehmen bekommen. Als wir die Startups für unser Lab ausgewählt haben, haben alle die Nähe zu den etablierten Unternehmen als einen Grund für die Bewerbung genannt.

Was wird das nächste große Ding in diesem Themenbereich (des Hubs)?

Für uns wird besonders spannend, wie wir mit einer Technologie wie Virtual oder Augmented Reality die Erfahrungen, die wir damit im Medienbereich gemacht haben, auf andere Industrien übertragen können. VR wird in der Industrie letztlich eine größere Rolle als im Entertainment Bereich spielen, weil es dort in Arbeitsprozesse eingebunden werden kann und nicht als reines Medium zur Präsentation genutzt wird. Das merken wir auch an den Nachfragen aus der Industrie: Das volumetrische Studio, die Volucap GmbH, das mit seiner 360°-Technologie den Film begehbar macht, erhält jetzt schon sehr viele Anfragen aus dem Bereich Tourismus, der Automobilbranche und der Gesundheitsbranche.