Das Berliner Start-up wirbt 50 Millionen Euro ein, um weitere Makler einzustellen zu können – und so im europäischen Ausland zu wachsen.

Als „Hybrid“-Makler bezeichnet sich McMakler. Das Start-up setzt wie traditionelle Dienstleister der Branche auf eine persönliche Beratung vor Ort. Doch eine Software im Hintergrund soll den idealen Verkaufspreis ermitteln, die Vermarktung optimieren und Kosten gering halten. Gegründet 2015 in Berlin, hat sich das Unternehmen in Deutschland bereits etabliert – und will nun im europäischen Ausland wachsen.

Für die Umsetzung der Internationalisierungspläne gab es nun frisches Kapital: Wie McMakler heute mitteilte, hat das Start-up im Zuge einer Series-C-Finanzierungsrunde 50 Millionen Euro eingesammelt. Lead-Investoren waren demnach der Risikokapitalgeber Target Capital, der schon vorher am Unternehmen beteiligt war, sowie der Spätphaseninvestor Israel Growth Partners. Frisches Kapital kam zudem von mehreren Bestandsinvestoren, darunter Fog Capital. Der britische Investor war vor drei Jahren an Bord gekommen.

Eigenen Angaben zufolge hat McMakler im vergangenen Jahr Immobilien im Wert von 400 Millionen Euro vermittelt. In diesem Jahr soll das Transaktionsvolumen die Milliardenmarke knacken. Dabei machen Verkäufe einer Sprecherin zufolge inzwischen 95 Prozent des Geschäfts aus – auch wenn das Start-up weiterhin auch Mietobjekte vermittelt. McMakler setzt dabei seit einigen Jahren auf eigene, festangestellte Makler. Sie stellen 255 der insgesamt 450 Mitarbeiter.

Höchste Finanzierungsrunde eines deutschen Proptechs

„Mit den neuen Mitteln fühlen wir uns bestens gewappnet, McMakler zu dem führenden Hybrid-Makler in Europa aufzubauen“, sagte Felix Jahn, der das Start-up zusammen mit Hanno Heintzenberg und Lukas Pieczonka gegründet hatte. Während McMakler seine Dienste in Deutschland bundesweit anbietet, sind es in Österreich einige Städte. Seit Februar ist das Unternehmen zudem in Paris vertreten, erklärte die Sprecherin auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Weitere Länder sollten folgen, die Pläne seien aber noch nicht spruchreif.

Die nun abgeschlossene Finanzierungsrunde ist nach Angaben von McMakler die höchste eines deutschen Proptechs, wie Immobilien-Start-ups auch genannt werden. Zu den Konkurrenten zählt Homeday – das Kölner Unternehmen hatte im Oktober 20 Millionen Euro eingesammelt. Insgesamt haben Proptechs in Deutschland, Österreich und der Schweiz sich im vergangenen Jahr über 160 Millionen Euro an Wagniskapital gesichert, ermittelte Mitte Dezember der Accelerator Blackprint Proptech Booster.