Das Start-up Mate Crate läuft sich warm im Markt rund um E-Sport – zwei Jahre nach Gründung soll eine Kapitalspritze das Wachstum kräftig anschieben.

Mit Hilfe einer neuen Finanzierung in Höhe von 1,4 Millionen Euro will das E-Sport-Start-up Mate Crate sein Turnierformat „City Masters“ für das Online-Spiel „League of Legends“ auf weitere Städte übertragen. So planen die Hamburger, die bislang in Berlin, Frankfurt und München aktiv sind, ab dem Herbst auch in Köln und Stuttgart zu starten. Um die Städtemeisterschaften bundesweit auszurollen, soll das Team von derzeit sechs Vollzeitkräften bis Ende kommenden Jahres auf bis zu 30 Personen wachsen, wie Gründer und Geschäftsführer Sebastian Kuch im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer mitteilte. Geldgeber sind der öffentlich finanzierte Innovationsstarter-Fonds Hamburg sowie der Vermarkter Sportplatz-Media, an dem der Olympia-Verlag hinter dem Sportmagazin „Kicker“ beteiligt ist.

Mate Crate verfolgt das Ziel, den E-Sport für Amateur-Spieler zu organisieren und mit Turnieren sowie Veranstaltungen in der Breite bekannter zu machen. Dafür arbeitet Gründer Sebastian Kuch, selbst Spieler von League of Legends, seit 2017 an einer Städtemeisterschaft, die den E-Sportlern einen strukturierten Wettbewerb ermöglichen soll.

Konkret registrieren sich die Spieler einzeln für das Turnier, durchlaufen ein Einstufungsverfahren und werden dann je nach Können von einer Software einem für sie passenden Team zugeteilt. Bei League of Legends spielen fünf Personen zusammen – bisher meist zufällig zusammengewürfelt. Verschiedene Fähigkeitsniveaus und teilweise unterschiedliche Sprachen stünden einem guten Zusammenspiel oft im Weg, wie Kuch aus eigener Erfahrung berichtet. Sein Liga-Format City Masters will er in den kommenden Monaten erweitern: „Unter unseren Marken werden wir künftig Turniere zu weiteren Spielen aufsetzen, wahrscheinlich sind wir 2020 soweit“, so der 22-Jährige.

„Kommen Profi-E-Sport nicht in die Quere“

Der Fokus auf Amateur-Spieler macht Mate Crate zu einem Übernahmekandidaten für Branchengrößen, die sich bislang auf das Profi-Segment konzentrieren. So ist etwa das 2000 gegründete Kölner Unternehmen Turtle Entertainment mit mehr als 80 Mitarbeitern mit der sogenannten Electronic Sports League (ESL) im E-Sport unterwegs. Dahinter steht der schwedische Medienkonzern Modern Times Group.

Das Hamburger Start-up sieht seine Angebote als Ergänzung an: „Unser Ziel ist es, Spielern auf allen Fähigkeitsniveaus zu ermöglichen, an professionellen Wettkämpfen, wie zum Beispiel der ESL-Meisterschaft teilzunehmen“, sagt Kuch zu WirtschaftsWoche Gründer. „Wir bieten dafür einen strukturierten Ligabetrieb und stellen nach bestimmten Kriterien eine Turnierauswahl zusammen – als Team-Creator für den Breitensport positionieren wir uns gezielt so, dass wir Konkurrenten aus dem Profi-E-Sport nicht in die Quere kommen.“

Mit seinem Start-up drängt er auf einen Markt, in dem sich über Fanartikel und Veranstaltungen potenziell Millionen Internetnutzer erreichen lassen. So verdient Mate Crate in erster Linie an der Vermittlung von Werbeflächen. Außerdem verlangt das Start-up pro Saison eine Teilnahmegebühr von den Spielern, in Zukunft könnte auch ein Mitgliedsbeitrag fällig werden. 12.000 Nutzer haben sich nach Firmenangaben in der ersten Saison registriert, ab Herbst sollen es 20.000 sein.

Investments in der Gaming- und Sport-Szene

„Wir halten das Konzept der Mate Crate GmbH mit ihrem Produkt City Masters für das derzeit innovativste und vielversprechendste Vorhaben in diesem Segment. Das Konzept, dem Amateur-E-Sport eine Plattform zu geben und dabei die soziale Interaktion der Gamer in den Regionen zu stärken, passt perfekt zu unserem Produktportfolio“, lässt sich Marcel Hager, Geschäftsführer von Investor Sportplatz-Media, in einer Presseinformation zitieren. In einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde sind bereits mehr als 800.000 Euro an Mate Crate geflossen, im kommenden Jahr soll eine Serie-A-Runde folgen.

Im Bereich Gaming und Sport konnten zuletzt einige Start-ups frisches Kapital einsammeln. Etwa die Spiele-Schmiede Sviper, ebenfalls aus Hamburg, erhielt im März 2,5 Millionen Euro. Hauptinvestor war die Modern Times Group. Mit einer digitalen Fußball-Akademie konnte sich das Bonner Start-up Street Pro ein Investment des FC Bayern-Stars Mats Hummels sichern, wie Anfang der Woche bekannt wurde.