Das werbende Unternehmen profitiere vor allem von hohen Weiterempfehlungsraten, guten Sympathiewerten und einer positiven Kundenbeziehung. So gaben 98 Prozent aller befragten Unternehmen in Samuels Studie an, dass der Effekt eingesetzter Werbeartikel sehr nachhaltig sei. Vor allem der Bekanntheitsgrad lasse sich der Umfrage nach steigern.

Der Vorteil gegenüber klassischen Anzeigen fuße dabei allerdings nicht nur auf ihrem Zweitnutzen. Werbeartikel kommunizieren schließlich auch über sämtliche Sinnesorgane – egal ob preisgünstiger Kugelschreiber oder höherwertige Produkte. „Denken Sie nur an die kleine, mit Gummibärchen gefüllte Tüte, die Sie beim Messebesuch von einem ausstellenden Unternehmen erhalten“, sagt Samuel. Oder die kleine, mit Handcreme gefüllte Tube, das antibakterielle Spray oder die Packung Taschentücher vom Apotheker. „Das ist schon ein Unterschied im Gegensatz zur klassischen Anzeige in der Zeitung, die sie nach zwei Sekunden umblättern.“

Teure Werbegeschenke sind nicht automatisch besser

Alfred Gebert, Wirtschaftspsychologe und Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Medienwirkungsforschung (DGMF), sieht die Wirkung von Werbegeschenken allerdings weitaus kritischer. Er weiß: Was früher gut war, ist heute wertlos: „Kugelschreiber und Notizblöcke, Post-its und Feuerzeuge sind schon lange nicht mehr originell und verbinden den Nutzer nicht mehr mit dem Unternehmen.“

Der Grund: Fast jede Firma verschenke die gleichen Give-Aways – und das schon seit Jahren. Daher achte heutzutage keiner mehr auf die Beschriftung des Kugelschreibers oder des Schlüsselbandes. Stattdessen rät Gebert: „Verschenken Sie Werbeschenke, die sie auch selber kaufen würden.“ Wenn ein Start-up auffallen will, muss es sich also auch Gedanken über sein Geschenk machen – ein Werbegeschenk allein reicht nicht.

Das Credo „Teuer ist besser“ sollten Gründer dabei allerdings nicht verfolgen. „Teure Werbegeschenke sind psychologisch gesehen völliger Unsinn, weil sich der Beschenkte dadurch hin- und hergerissen fühlt“, sagt Gebert. Der Kunde fühle sich im schlechtesten Fall verpflichtet, sich zu revanchieren – auch, wenn er es eigentlich gar nicht möchte. Daher gilt: „Nur kleine Geschenke erhalten die Kundenfreundschaft.“