Wie das funktionieren kann, erzählt Leon Reiner. Ein Freund von ihm wollte ein Restaurant mit Knödeln eröffnen. Also stellte sich der Kumpel jeden Freitag hin und kochte Knödel. In der eigenen Küche. Er servierte sie seinen Freunden, verkaufte sie am Anfang auch von seiner Wohnung aus. Statt seine Idee mit Worten in die Welt zu tragen, versuchte er es mit Taten. „Nur darüber zu reden, ist zu indirekt“, sagt Reiner. Der direkte Kontakt, der macht Marketing für ihn aus.

Netzwerken zählt zu diesem Punkt hinzu. Wolf nennt auf eine Frage aus dem Publikum gleich fünf Punkte, wie das zum Beispiel mit Investoren funktionieren kann: die Beziehungen frühzeitig aufbauen und pflegen („Sprich die Leute an, bevor du sie brauchst“), regelmäßig Kontakt halten, dem anderen bei seinen Problemen helfen, Menschen miteinander vernetzen und selbst als Gründer selbst ein paar Leute nach Hause oder ins Büro einzuladen statt auf Gründerevents herumzuspringen. Gründer könnten sich in den eigenen vier Wänden besser präsentieren, so Wolf. Selbstmarketing, aber im Kleinen.

Auf Empfehlung setzen statt auf ein großes Marketingbudget

Das beste Marketing für ein Start-up, und diesen Punkt unterstützen alle vier Gäste, sei aber die Mund-zu-Mund-Propaganda: Wenn der eine Kunde dem anderen erzähle, wie toll das Produkt sei. Dass so ein banaler Tipp einen riesigen Sog auslösen kann, verdeutlicht Kemmer am Beispiel seiner „Fuckup Nights“. Mussten beim ersten Mal noch viele Leute angesprochen werden, um einen Raum für 180 Menschen mit immerhin 160 Menschen zu füllen, so gingen die 200 Plätze für die „Fuckup Night“ bei Zalando am vergangenen Donnerstag binnen weniger Minuten weg. Die Veranstaltung hätte sogar doppelt so viele Zuschauer haben können, insgesamt meldeten 400 Menschen Interesse an.

Der Empfehlung von anderen trauen die meisten dann doch mehr als der großen Werbekampagne.