Der französische Marktplatz will sein Angebot um eine B2B-Plattform erweitern – und setzt sich ambitionierte Wachstumsziele für Deutschland.

Von einzelnen Schrauben über Sägen und Bohrer bis zum kompletten Gartenhaus: Als erste Anlaufstelle für Heimwerker in Europa will sich ManoMano etablieren. Gegründet 2013 in Paris, ist der Online-Baumarkt außer in Frankreich auch in Deutschland, Belgien, Spanien, Italien und Großbritannien aktiv. Eine kräftige Finanzspritze soll das Wachstum in den Auslandsmärkten nun weiter ankurbeln.

Wie das Start-up heute mitteilte, hat es im Rahmen seiner Series-D-Finanzierungsrunde 110 Millionen Euro eingesammelt. Neue Geldgeber sind demnach die Pariser Wagniskapitalgeber Eurazeo Growth und Aglaé Ventures. Kapital nachgeschossen haben zudem Bestandsinvestoren – darunter die Förderbank Bpifrance sowie die VC-Firmen CM-CIC (gehört zur Genossenschaftsbank Crédit Mutuel), Partech, Piton und General Atlantic. Letztere hatten im September 2017 bereits 60 Millionen investiert.

Seither hat ManoMano eigenen Angaben zufolge seine Kundenzahl auf 2,5 Millionen verdoppelt. Angeboten werden auf dem Online-Marktplatz demnach aktuell insgesamt drei Millionen Artikel von mehr als 1800 Händlern. Ausbauen wollen die Gründer Christian Raisson und Philippe de Chanville nun vor allem auch das Angebot in Deutschland. „Wenn wir in Europa erfolgreich sein wollen, müssen wir in Deutschland erfolgreich sein“, lassen sich die Gründer in der aktuellen Pressemitteilung zitieren. Mittelfristig wollen man hier 25 Prozent des Handelsvolumens erzielen.

B2B-Angebot gestartet

Tatsächlich gilt der deutsche Markt mit seiner vergleichsweise hohen Dichte an stationären Baumärkten als schwieriges Terrain für reine Online-Player. Verlockend sind indes die weiter steigenden Branchenumsätze: 18,75 Milliarden Euro hat die Branche im vergangenen Jahr erlöst – 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte der Handelsverband Heimwerken Bauen Garten Ende März mit. Der Online-Anteil am Gesamtumsatz lag demnach bei nur fünf bis sechs Prozent.

Wachsen will ManoMano auch mit seiner kürzlich in Frankreich gestarteten B2B-Plattform, die sich an professionelle Handwerker richtet. Um das Angebot auszubauen, will das aktuell 370 Mitarbeiter große Unternehmen 100 neue IT-Fachkräfte an den Standorten Paris, Bordeaux und Barcelona einstellen.