Die Cloud-Software soll Finanzdienstleistern zu einem schnellem Wachstum verhelfen – das Start-up selbst will nun einen Gang höher schalten.

Ein neue Architektur für Finanzdienstleistungen: Mambu will anderen Fintechs, Kreditvermittlern und etablierten Banken zu einem schnellen Wachstum verhelfen – mit einer Cloud-Plattform. Ihre „Banking Engine“, so das Versprechen der Macher, ist dank zahlreicher Schnittstellen flexibler und schneller als traditionelle Systeme. Verfügbar seit 2011, wird die Plattform nach Angaben des Start-ups in über 50 Ländern eingesetzt.

Zu den Kunden aus Deutschland zählen die Smartphone-Bank N26 und der Hamburger Kreditvermittler Kreditech. Das Start-up selbst ist außer in Berlin mit Büros in Dresden, Miami, London, Singapur, Amsterdam und Iași (Rumänien) vertreten. Nun wollen die Gründer Eugene Danilkis und Frederik Pfisterer das Wachstum noch beschleunigen – und sowohl die Produktentwicklung als auch den Vertrieb stärken.

Für die Expansionspläne hat das Start-up gerade frisches Kapital eingesammelt: 30 Millionen Euro kamen in der aktuellen Finanzierungsrunde zusammen, teilte Mambu gestern mit. Lead-Investor ist demnach Bessemer Venture Partners – die Beteiligungsgesellschaft gilt als eine der ältesten Wagniskapitalgeber im Silicon Valley. Weitere Geldgeber sind die Bestandsinvestoren Acton Capital, CommerzVentures, Point Nine Capital und Runa Capital.

Traditionelle Banken im Visier

Wachstumspotenzial sieht Mambu-CEO Danilkis vor allem bei etablierten Unternehmen der Finanzbrache. In der Fintech-Ära seien diese gezwungen, die Digitalisierung und innovative Geschäftsmodelle voranzutreiben. „In einem sich ändernden Umfeld müssen sie sich mit der Geschwindigkeit eines Technologie-Unternehmens statt mit der einer traditionellen Bank bewegen.“

Mit dieser Ausrichtung ist Mambu in guter Gesellschaft: Eine wachsende Zahl von Fintechs positioniert sich derzeit als Dienstleister für Banken. Diese nehmen die neuen Kooperationsmöglichkeiten zunehmend an: In Deutschland beispielsweise arbeiten 64 Prozent der großen Finanzinstitute mittlerweile in irgendeiner Form mit Fintechs zusammen, ergab eine Erhebung im vergangenen Sommer.