Einen radikalen Schnitt, und weiter geht es nach Berlin-Kreuzberg zu Waldemar Zeiler und Philip Siefer, den Machern von Einhorn. Sie wollen ein „nachhaltiges Kondom“ herstellen und verkaufen es in einer Verpackung, die einer Chipstüte nachempfunden ist. Denn Chips – so die Gründer – würden im Einkaufswagen sowieso zum Verstecken auf die Gummis gelegt.

Aber das ist nur die eine Seite, die den beiden Gründern wichtig ist: Die gesamte Produktionskette soll nachhaltiger werden – von der Bezahlung der Bauern in Malaysia bis in die Läden nach Deutschland. Deshalb haben sich Waldemar Zeiler und Philip Siefer einen sogenannten „Entrepreneur’s Pledge“ initiiert, mit dem sie sich und alle, die das „Unternehmerehrenwort“ unterzeichnen, verpflichten, ein soziales Start-up zu gründen und die Hälfte der damit erzielten Umsätze wieder sozial und ökologisch zu reinvestieren. Die Macher von Einhorn untertsützen etwa Projekte im Bereich der Sexualaufklärung.

Über einen kurzen Umweg und eine kleine Zeitreise in das 19. Jahrhundert und der Erfindung der Wörterbücher durch Gustav Langenscheidt geht es weiter zum letzten Start-up: Rund 152.000 Einbrüche gab es im vergangenen Jahr in Deutschland – so viele wie noch nie. Klar, dass auch Start-ups in diesem Bereich ansetzen, wie etwa das Berliner Unternehmen BuddyGuard, das eine Alarmanlage entwickelt hat, die erkennen kann, ob sich eine bekannte oder unbekannte Person gerade in der Wohnung befindet – und das dank Gesichts- und Spracherkennung. Das Start-up sammelte mehr als 160.000 Euro auf einer Crowdfunding-Plattform für die Weiterentwicklung des Systems, 2016 soll es in die Serien-Produktion gehen. Für 250 Euro soll dann eine Anlage einen Einbruch erkennen und sofort automatisch den Mieter oder Besitzer der Wohnung informieren.

In der Berliner Start-up-Szene tut sich etwas – und es gelingt Chris Guse in „Made in Berlin“ nicht nur spannende Start-ups zu finden, sondern auch den Machern ihre Geschichten und Visionen zu entlocken.