Das Berliner Start-up will wohlhabende Privatinvestoren an Bauprojekten beteiligen. Der Start lief gut an – jetzt wird das Beteiligungskapital noch einmal deutlich aufgestockt.

20 Millionen Euro für ein Wohnquartier in Berlin-Wilmersdorf, knapp acht Millionen Euro für ein Gewerbeprojekt am Alexanderplatz, gut drei Millionen für ein Büroprojekt in Düsseldorf: Die Investmentgesellschaft Linus Capital stemmt ambitionierte Immobiliengeschäfte in ganz Deutschland. Seit vergangenen Sommer können sich über eine Digitalplattform auch wohlhabende Privatleute, Family Offices und Vermögensverwaltungen beteiligen – mindestens 200.000 Euro verlangt das Start-up pro Investment.

Ein halbes Jahr später ist das Start-up zufrieden mit der Öffnung: „Der Start der Plattform war für uns sehr erfolgreich“, sagt Finanzchef Dominik Pederzani. Man habe bei den Plattform-Investments eine Co-Invetment Rate von etwas mehr als 70% erreichen können. Linus vermittelt nicht die möglichen Beteiligungen an Immobilienentwickler, sondern beteiligt sich selbst jeweils mit mindestens 25 Prozent und nimmt von den anderen Anlegern eine Gebühr. Im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“ sei seit dem Start der Plattform bereits investiert, so Pederzani.

Finanzaufsicht registriert die Investmentgesellschaft

Mit dem Modell unterscheidet sich die Plattform von Start-ups wie Bergfürst oder Zinsland, die zudem auch sehr viel kleinere Summen von Anlegern voraussetzen. Die Herausforderung für Linus Capital: Der eigene Kapitalbedarf ist daher extrem hoch. Jetzt erhielt das Digitalunternehmen – nach eigenen Angaben aus dem „Gesellschafterumfeld“ – 50 Millionen Euro für weitere Bauprojekte. Über das neue Kapital hatte zuerst die Immobilien Zeitung berichtet.

Die Ziele für dieses Jahr sind dementsprechend ehrgeizig: „Für 2019 planen wir gemeinsam mit unseren Co-Investoren mindestens 150 Millionen Euro in Immobilienentwicklungen zu investieren”, sagt Vorstandschef David Neuhoff. Ein weiteres Co-Investment-Volumen über zehn Millionen Euro wurde heute bestätigt. Zudem hat die Investmentgesellschaft hinter dem Portal eine Registrierung der Finanzaufsicht Bafin als Kapitalverwaltungsgesellschaft erhalten. Das sei ein „wichtiger Schritt für die weitere Professionalisierung“, so Neuhoff.