Der amerikanische Verleiher, der in 15 deutschen Städten unterwegs ist, baut Stellen ab und lässt einen Teil seiner Elektroroller zukünftig in der Garage. 

Sie kamen aus dem Nichts und plötzlich waren sie gefühlt überall: Auf fast jeder Straße in fast jeder Stadt dieser Welt sah man sie in den vergangenen Monaten durch die Gegend flitzen. Ob Voi aus Schweden oder Tier und Wind aus Berlin – Elektro-Scooter schienen das Must-Have schlechthin zu sein. Investoren steckten Millionen in die neuen Start-ups, doch in den Hype mischte sich auch Skepsis: Wie lange würden sich die vielen Anbieter nebeneinander halten können und wer würde sich letztendlich beim Buhlen um Marktanteile durchsetzen? 

Für alle, die am langfristigen Erfolg der Elektroller zweifeln, gab es dieser Tage neue Nahrung: Wie bekannt wurde,  stellt das US-amerikanische Start-up Lime, der eigenen Angaben zufolge weltweit in 120 Städten aktiv ist, seinen Betrieb an zwölf Standorten ein – darunter Buenos Aires, Rio de Janeiro und Sao Paulo in Südamerika sowie Atlanta, Phoenix, San Diego und San Antonio in den USA. In Europa trifft es das österreichische Linz, wo Lime vor nicht einmal einem Jahr gestartet war.

Entlassung von 100 Mitarbeitern

Ist das schon eine Krise? Oder nur ein logischer Schritt, um das Unternehmen profitabel zu machen, wie die die Geschäftsleitung betont?

Fest steht jedenfalls, dass 100 Mitarbeiter entlassen werden, also rund 15 Prozent der Belegschaft. Auch eine bisher unbekannte Zahl von Freiberuflern, die  sich um das Einsammeln, Wiederaufladen und erneutes Ausbringen der E-Scooter kümmern, muss gehen. 

In Deutschland stehen die Lime-Roller mittlerweile in 15 Städten zur Verfügung, unter anderem in Bonn Essen, Wiesbaden, Hamburg und Berlin zur Verfügung – noch. Denn laut einer Forsa-Umfrage ebbt die Begeisterung an den E-Scootern hierzulande langsam, aber sicher ab: Ihr zufolge will nur von fünf Erwachsenen ein solches Angebot überhaupt nutzen.