„Das war eine ganz schwierige Zeit für mich persönlich“, sagt Kawala-Bulas. „Ich habe so viel Zeit, Herzblut, und auch Geld in Limberry investiert. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass etwas überhaupt nicht funktioniert hat.“ Obwohl sie das Konzept immer wieder anpasst. „Ich war damals absolut betriebsblind – und einfach in einer viel zu kleinen Nische.“

Trotzdem: Aufgeben ist für sie keine Option. In einem letzten Versuch baut sie ihren Online-Shop noch einmal grundlegend um: Sie spezialisiert sich auf Dirndl und Trachten im Premium-Segment, erweitert ihr Geschäft aber um die Kollektionen weiterer Labels und bietet jetzt auch Trachten für Herren an. Außerdem rückt sie die Individualisierung der Kleidung eher in den Hintergrund – die Kunden können jetzt auch direkt fertige Kleidungsstücke bestellen.

Dirndl doppelt so teuer

Die Konzeptänderung ist erfolgreich. Heute beschäftigt die Hamburgerin sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen zwei zu Mitgesellschaftern aufgestiegen sind. Ihre Kunden – genaue Zahlen will sie keine verraten – kommen vor allem aus dem süddeutschen Raum. Aber: Dirndlmode ist ein Saisongeschäft. Den größten Umsatz macht sie drei Monate vor bis etwa einen Monat nach dem Oktoberfest.

Von ihrer Konkurrenz unterscheiden Limberry die qualitativ hochwertigen Stoffe, die Produktion (in Deutschland und in Polen) und der besondere Kundenservice, so die Gründerin. Ihre Dirndl kosten mehr als doppelt so viel wie bei anderen Anbietern. Doch anscheinend gibt es Kunden, die bereitwillig 500 Euro und mehr für ein Dirndl ausgeben – auch ohne es vorher im Geschäft anprobiert zu haben.

Heute befindet sie sich in einer „sehr luxuriösen Position“, sagt die heute 32-Jährige. „Früher hatte ich riesige Probleme, heute sind es mehr sportliche Herausforderungen.“ Und: „Ich hab einfach wahnsinnig viel Bock.“ Ihr Ziel ist es, Limberry zum größten Online-Shop für Dirndl und Trachten zu machen, zumindest im oberen Preissegment. Sibilla Kawala-Bulas scheint damit ihre Nische gefunden zu haben.