Um sich aus einem Tief heraus wieder zu motivieren, empfiehlt Willnow, sich persönlichen Erfolge immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Das mag vor allem in der ersten Zeit nach dem Rückschlag schwer fallen. Aber man kann vorbeugen, etwa indem man sich in Erfolgsmomenten eine Notiz macht und diese durchgeht, wenn es einmal nicht so gut läuft. Häufig hilft auch der Blick von außen, von Freunden, von der Familie. Sie können den Prozess des Aufstehens unterstützen, indem sie Erinnerungen wachrufen, die von den negativen Erfahrungen erst einmal überschattet werden. „Viele Menschen tendieren dazu, eigene Erfolge zu vergessen, wenn sie mit einem Projekt scheitern“, sagt Willnow. Dabei sei Scheitern nicht das Ende.

Im Gegenteil, bestätigt auch Gründerforscher Andreas Kuckertz. „Oft sind es gerade die Niederlagen und die daraus gewonnene Erfahrungen, die hinterher zum Erfolg führen“, sagt er. „Gründen ist ein Lernprozess. Und wer schon einmal hingefallen ist, ist beim zweiten Versuch häufig erfolgreicher.“

Lernen aus dem Scheiteren

Ali Abdolazimi brauchte mit seinem Festival mehr als ein Jahr, bis er seine Schulden vollständig abbezahlt hatte. Er kündigte seinen Bausparvertrag, jeder Cent, den er nicht zum Überleben brauchte, ging an seine Gläubiger. Ob er sich heute wieder für das Projekt entscheiden würde? „Sofort“, sagt Abdolazimi. „In diesen sechs Monaten habe ich mehr gelernt als in all den Jahren zuvor.“ Marketing, Sales, Verhandlungstechniken.

Trotzdem würde er Vieles heute anders machen. Für den Namen „Bliss“ etwa, Persisch für Glückseligkeit, würde er sich eher nicht nochmal entscheiden. Zu abstrakt. Auch würde er das Festival heute kleiner aufziehen, sagt Abdolazimi: nur eine Bühne, weniger Künstler, intensivere Atmosphäre. Die Planungen laufen.