Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute Philipp Koch-Büttner, Christopher Kränzler und Alexander Gigga an. Ihr Start-up Lengoo nutzt KI, um Fachtexte in andere Sprachen zu übertragen. Wie urteilt Investorin Nina Rinke?

Philipp, Christopher, Alexander, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Lengoo ist der erste Sprachdienstleister, bei dem künstliche Intelligenz an erster Stelle steht. Wir übersetzen professionelle Texte, also etwa Handbücher, Verträge,  Marketingunterlagen, in nahezu allen beliebigen Sprachkombinationen. Unsere Algorithmen trainieren wir mit Texten unserer Kunden, übernehmen in den Übersetzungen deren Stil und Terminologie. Die KI übernimmt die meiste Arbeit, menschliche Übersetzer erledigen den Feinschliff. Dadurch sind wir drei- bis sechsmal schneller und halb so teuer wie die Konkurrenz.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ganz zufällig. Wir sind eigentlich studierte Wirtschaftsingenieure. Aber als wir in Unternehmen beobachtet haben, wie dort Übersetzungen von Fachtexten angefertigt  wurden, sahen wir großen Optimierungsbedarf.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir berechnen unseren Kunden die Übersetzungen pro Wort. Der Markt weltweit für professionelle Übersetzungen wird auf 50 Milliarden Dollar geschätzt – und wächst weiter.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Nerdig wie bei Google. Die Hälfte unseres Team sind Entwickler, wir geben regelmäßig Tech-Talks, machen Hackathons und Entwicklerevents.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Bunt gemischt: Unsere Mitarbeiter stammen aus 24 Ländern, fast 50 Prozent sind Frauen, die jüngsten sind Anfang 20, die ältesten fast 60.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir haben bei Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber nicht gewonnen, weil sie auf die vier größten Anbieter weltweit zugeschnitten waren.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir der führende Anbieter für KI-gestützte Fachübersetzungen – und dank unserer Algorithmen 20-mal schneller als die Konkurrenz.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 3000 Kunden in Europa und einige US-Techkonzerne
Finanzierung: Sechs Millionen Euro Wagniskapital
Gründung: 2014 in Berlin
Mitarbeiter: 80 angestellte Mitarbeiter, mehrere Tausend freischaffende Übersetzer

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Lengoo schafft enorme Effizienz in einer alltäglichen Aufgabe vieler Unternehmen. Wichtig ist, dass sie sich wirklich von vollautomatisierten kostenfreien Programmen abheben.“
Nina Rinke gehörte zu den ersten Mitarbeitern des Datenauswerters Celonis und analysiert nun Investments für Earlybird IDEE

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