Das Berliner Start-up stellt Möbel und Infrastruktur für Büros gegen Gebühr bereit. Ein Millionen-Investment soll jetzt beim weiteren Ausbau des Geschäfts helfen.

Schreibtisch, Drehstuhl, Smartphone – aber auch Telefonbox oder Tischkicker: In mehreren Katalogen präsentiert das Start-up Lendis viele Elemente der Büroeinrichtung, die Firmen über die Seite mieten können. Jetzt tauchen in der Gesellschafterliste von Lendis weitere Einträge auf: Die Risikokapitalgeber HV Holtzbrinck Ventures und DN Capital steigen bei Lendis ein.

Sie sind Teil einer frisch abgeschlossenen Finanzierungsrunde im einstelligen Millionenbetrag. Daneben stockt auch der Bestandsinvestor Picus Capital seine Einlage auf, zudem investieren der Kaufda-Gründer Christian Gaiser und die Billie-Gründer Matthias Knecht und Christian Grobe in Lendis.

Mit dem frischen Kapital will das im vergangenen Jahr gestartete Unternehmen weiter wachsen. Nach eigenen Angaben mieten sich aktuell bereits etwa 100 Kunden Teile ihrer Büroeinrichtung über das Start-up. Dazu gehören sowohl Konzerne als auch Mittelständler und Start-ups sowie Coworking-Spaces.

Flexible Miete von Schreibtisch & Co.

Lendis will Firmen dabei helfen, flexibel Arbeitsplätze auf- und umbauen zu können – ohne sich um die verschiedenen Lieferanten kümmern zu müssen. So übertrage das Start-up „die Prinzipien der Sharing-Economy auf das Office-Management“, sagt Neuinvestor Nenad Marovac von DN Capital. Wer etwa Schreibtisch und Stuhl für drei Jahre von Lendis mietet, soll dies ab 15 Euro pro Monat tun können. Für Laptops soll ein ähnlicher Tarif gelten – ein Blick durch den Katalog zeigt jedoch, dass für neuere Modelle eher das Vielfache dieser Monatsmiete verlangt wird.

In einigen Bereichen konkurriert Lendis mit verschiedenen Start-ups. Roomhero aus Frankfurt tritt mit einem sehr ähnlichen Angebot auf. Grover etwa hat sich auf die Vermietung von Elektronik spezialisiert und zielt auch auf Geschäftskunden. 99 Chairs hatte sich bis zur Insolvenz im vergangenen Jahr darauf spezialisiert, Büros für Firmen einzurichten – nach der Übernahme der technischen Plattform soll dieser Schwerpunkt ausgebaut werden. Traditionelle Büromöbelhersteller und -händler bieten ebenfalls Leasing- oder Mietmodelle an.