Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Legalbird, Andreas Quauke und Melanie Treude, an. Ihr Start-up hilft Rechtsanwälten bei der Verwaltung – und verhilft Verbrauchern zum schnellen Rat. Wie urteilt Investor Herbert Mangesius?

Andreas und Melanie, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Auf Legalbird können Menschen, die keine Zeit und Lust haben, zu einem Anwalt vor Ort zu gehen, eine Lösung für ihr rechtliches Anliegen finden. Und zwar kostenlos und innerhalb weniger Minuten über ihr Handy. Gleichzeitig bieten wir Anwälten eine Software, die diese Kundenanfragen hochautomatisiert bearbeitet – vom Erstkontakt bis zum Gerichtstermin.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Andreas hatte damals Ärger mit seinem Vermieter und wollte nicht extra zum Anwalt gehen. Trotz langer Recherche im Internet fand er nur widersprüchliche, nie ganz passende Informationen zu dem Problem. Auf keiner der Anwalts-Websites konnte er sehen, was ihn eine Beratung kosten würde. Das wollen wir ändern.

Und wie verdient  ihr damit Geld?
Wir geben Anwälten eine Lizenz für unsere Software, und sie zahlen uns dafür Gebühren. Der Jurist kann seine Personalkosten reduzieren und effizienter arbeiten. Für die Kunden auf der Suche nach Rechtsbeistand sind unsere Angebote kostenlos. Wenn ein Anwalt dann eine Dienstleistung erbringt, zahlen die Kunden den gesetzlich festgelegten Preis direkt an ihn.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …kundenorientiert und mit exzellentem Service wie bei Amazon.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind ein kleines, gemischtes Team zwischen 24 und 55 Jahren.

Was war euer größter Rückschlag?
Wegen Corona haben viele Gerichte bestehende Termine mit Kunden abgesagt. Darauf mussten wir schnell reagieren und unsere Software anpassen, um diese  Massenabsagen zu organisieren und die Kunden zu informieren.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Bis dahin sind wir die gängige Plattform für Verbraucher-Rechtsdienstleistungen in Europa.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 10 000
Finanzierung: Wagniskapital, darunter Check24 Ventures
Gründung: 2018 in Köln
Mitarbeiter: 9

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 4/5

Urteil: „Sehr schön, wie das Geschäftsmodell konstruiert ist und Vorteile für alle Beteiligten schaffen könnte. Die Qualität der Erstempfehlungen muss stimmen. Darauf ist ein Augenmerk zu legen.“
Herbert Mangesius, Raketeningenieur und Partner beim neuen Wagniskapitalfonds Vsquared Ventures

Ihr seid ein erfolgreiches Start-up?
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