Ich merke aber auch, dass der Druck beim Gründen in Berlin ein anderer ist, als bei uns im Rheinland. Der Startup Markt in Berlin ist umkämpft, wie ein beliebter Studienplatz. Man muss sich profilieren und die Gefahr, sich dabei zu verlieren ist greifbar nah.

Mit gefühlten drei Millionen Gründern erscheint Berlin als der Innovationshub schlechthin. Doch die Inbetriebnahme eines neuen Flughafens überfordert die Stadt heillos. Sind es dort Luftschlösser, wo woanders Fundamente entstehen?

Bei uns sind die Wege kürzer und die Wirtschaft familiärer. Gründungen werden als Handwerk und nicht als Trend angesehen. In Düsseldorf haben wir einen Gründerstammtisch und einen Unternehmerinnen-Preis. Mehr nicht. Trotzdem oder gerade deshalb, fehlt mir als Gründerin nichts, denn es bleibt auch Zeit, sich aufs wesentliche, nämlich die Unternehmung an sich, zu konzentrieren.

Wenngleich ich jeden Berlinbesuch nutze, um Inspirationen zu sammeln, brauche ich die Distanz um die Eindrücke verarbeiten zu können. Bei jeder Rückreise wird also nach einer knappen Stunde Flugzeit wieder der Lunch zum Mittagessen und der Call zum Anruf. Launchings sind ab sofort wieder Einweihungsfeiern und ich werde von einer Solo-, Side-, Bootstrap-, Notyetmom-, Butalreadythinkingaboutsocialfreezing-, Fempreneurin zur Unternehmerin. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.