Muss also wirklich jedes Kunst-Start-up ins Netz? Holger Simon weist darauf hin, dass die Entscheidung von Geschäftsmodell zu Geschäftsmodell unterschiedlich sei. Es gebe auch Start-ups, die Kunstsammler dabei betreuen, ihre Sammlung zu erweitern und die richtigen Kunstwerke zu kaufen. Dies sei ein Beispiel, das verdeutliche, dass man nicht unbedingt einen besonders innovativen Onlineauftritt oder eine besonders innovative Idee benötige, um ein Start-up im Kunstmarkt erfolgreich zu führen. „Nicht die Webseite ist hier essenziell, sondern die direkte Beziehung zum Kunden, nämlich in dem Fall zum jeweiligen Händler. Wenn man richtig mit seiner Visitenkarte umgehen kann, reicht auch eine WordPress-Seite“, so Simon.

Die Digitalisierung nutzen, von Beziehungen profitieren

Auch das Erfolgsrezept von Fineartmultiple-Gründer Koidl lautet: das Vertrauen der Kunden und Kooperationspartner zu erhalten. „Es geht nicht um Technik und Software, es geht um den Inhalt“, so der Gründer. „Dass weltbekannte Galeristen uns ihre Werke überlassen, hat damit zu tun, dass wir sie auf inhaltlicher Ebene überzeugen und ihre Kunst in einem adäquaten Kontext präsentieren.“ Mit seinem Konzept konnte der Gründer bereits ProSiebenSat.1 überzeugen. Der Medienkonzern beteiligte sich im September 2015 an dem Unternehmen.

Den großen Erfolg können aber längst nicht alle Start-ups auf dem Kunstmarkt verzeichnen. So zum Beispiel MyArtmap und A Space for Art: Die jungen Unternehmen mussten bereits neustarten beziehungsweise komplett schließen. Holger Simon wundert es nicht, dass nicht jedes Start-up ein Erfolg wird. Man müsse das Geschäftsmodell klar vor Augen haben, wenn man in der Branche gründen wolle, sagt er. Das Problem: „Das ist etwas, was den Menschen, die aus dem Kunst-Bereich kommen, nicht unbedingt eigen ist.“ Für diese Künstler und Kuratoren bietet Simon selbst auch Gründerseminare an.

Mit der digitalen Entwicklung gehen auf dem Kunstmarkt aber weiterhin Chancen einher. Zum Beispiel die, eine neue und jüngere Zielgruppe im Kunstmarkt zu erschließen. Diese Rechnung könnte laut Holger Simon durchaus aufgehen.