Die Zahl der KI-Start-ups stieg hierzulande zuletzt rasant an, doch den Gründern mangelt es im internationalen Vergleich an Risikokapital. 

Von 132 auf 214 Start-ups in nur zwölf Monaten – wenn es um die Zahl der Gründungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz geht, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Immer mehr junge Unternehmerinnen und Unternehmer stellen Themen wie Spracherkennung, 3D-Kartengestaltung oder Roboterprogrammierung in den Mittelpunkt ihres Schaffens, wie jüngst eine Studie von Applied AI ergab.

Eine aktuelle Untersuchung der Hamburger Beratungsfirma Appanion Labs allerdings verleiht diesen durchaus zum Optimismus veranlassenden Zahlen einen Dämpfer: In Sachen Finanzierung nämlich herrscht hierzulande eher Flaute. Bisher sind nur 1,2 Milliarden Euro Venture Capital in deutsche KI-Start-ups geflossen. (Appanion Labs geht dabei von einer Anzahl von 161 Unternehmen aus, die KI als Kernelement ihres Geschäftsmodells ausweisen) Gerade im internationalen Vergleich ist das wenig.  Laut PwC sind allein in 2018 umgerechnet 8,3 Milliarden Euro in US-amerikanische KI-Start-ups geflossen, in den letzten fünf Jahren waren es gut 23 Milliarden Euro.

Aktivster Geldgeber ist der HTGF

Rund 41% der Unternehmen haben den Machern der Studie zufolge aktuell überhaupt keine Beteiligungsfinanzierung, gut ein Drittel eine Seed-Finanzierung und 20% eine sogenannte „Early Stage“-Finanzierung. Knapp fünf Prozent der Start-ups befinden sich in einer Spätphasenfinanzierung oder haben bereits einen Exit hingelegt.

Aktivster Geldgeber ist dabei mit 21 Investments der High-Tech-Gründerfonds, der zuletzt beispielsweise Geld in die Lausanner Simulationssoftware Neutral Concept und das auf Künstliche Intelligenz setzende Legaltech Rfrnz gesteckt hatte. Mit einigem Abstand folgen Techstars mit sechs Investments, 42 CAP, Atlantic Labs, Plug and Play, Spin Lab sowie Target Partners mit jeweils fünf Investitionen. 

Der größte Teil des Risikokapitals ist der Studie nach in Finanzdienstleistungen geflossen (380 Millionen Euro) mit Kreditech als größtem Empfänger, dahinter folgen Handel (130 Millionen Euro) sowie Transport und Logistik (91 Millionen Euro). Die Themen autonomes Fahren und industrielle Produktion seien vergleichsweise unterrepräsentiert.