Gerade für die Industrie bietet KI große Chancen, hier setzt Gestalt Robotics an. Das Ziel ist, Robotern das Sehen und Denken beizubringen – und zwar in ganz verschiedenen Branchen. Schon heute können wir unsere Texte auch dank KI-Lösungen sekundenschnell in fremde Sprachen übersetzen. Das Startup lengoo geht aber noch einen Schritt weiter und ermöglicht es, dass die Ergebnisse auch noch den stilistischen Vorgaben der Kunden entsprechen, so wie es ein menschlicher Fachübersetzer auch machen würde.

Künstliche Intelligenz: Etablierte Unternehmen zögern

Diese Vielzahl an oben aufgeführten Unternehmen ist sicherlich ein Grund zur Freude, gleichzeitig könnte man könnte aber auch sagen: Die Start-ups müssen es richten, denn die etablierten Unternehmen haben KI als Zukunftstechnologie bislang noch nicht so richtig erkannt – oder wissen nicht wirklich, wie sie damit umgehen sollen. Unter den deutschen Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigen quer durch alle Branchen sagen gerade einmal zwei Prozent, dass sie KI-Technologie einsetzen. Nur neun Prozent geben an den Einsatz zu planen oder wenigstens zu diskutieren.

Die Politik versucht diese Zahlen zu erhöhen. In Deutschland gibt es seit vergangenem Jahr eine nationale KI-Strategie, dank der unter anderem bis zum Jahr 2025 drei Milliarden Euro in Künstliche Intelligenz investiert und 100 neue KI-Professuren an den Hochschulen geschaffen werden sollen. Und die EU hat unter anderem eine “High-Level-Group” eingesetzt, die Empfehlungen machen soll, wie Europa im weltweiten Wettrennen um die KI-Führungsposition mithalten kann. Dabei ist es eine Chance, ethische Fragen bei Entwicklung und Einsatz Künstlicher Intelligenz von Beginn an mitzudenken. Europa wählt damit einen eigenen, eben europäischen Weg. Aber damit andere diesem Weg folgen, müssen wir auch beweisen, dass er funktioniert. Das heißt Deutschland und Europa müssen aufpassen, dass wir über KI nicht nur diskutieren, sondern dass wir KI auch machen. Und uns nicht im Gegenteil immer neue Steine in den Weg legen.

Politk legt Steine in den Weg

Künstliche Intelligenz braucht eine ganze Menge: Kluge Köpfe zum Beispiel und natürlich auch Investitions-Millionen – besser Milliarden. Vor allem braucht KI aber eines: Daten. Hier sind etablierte Unternehmen und Start-ups aus Deutschland und Europa bereits heute im Nachteil verglichen mit ihren Wettbewerbern aus den USA und vor allem auch aus China. Doch anstatt die Chancen einer Datennutzung etwa in der Krankheitsdiagnose oder dem individuellen Lernen zu sehen, besteht die Gefahr, dass wir uns das Leben schon bald noch schwerer machen. Die geplante E-Privacy-Verordnung auf EU-Ebene würde die Datenverarbeitung noch weiter einschränken und vor allem so kurz nach der Einführung der Datenschutzgrundverordnung für neue Unsicherheit sorgen. Darunter leiden vor allem auch Start-ups, die im Zweifelsfall keine große Rechtsabteilung haben. Noch ist Zeit, gegenzusteuern. Es wäre doch eine schöne Vorstellung, dass Bill Gates vielleicht in fünf Jahren sagt, er würde gerne nochmal ein KI-Startup gründen – und zwar in Deutschland oder Europa, weil dort bei der KI-Entwicklung der Mensch im Mittelpunkt steht, gleichzeitig aber das Umfeld besonders innovativ ist und Gründern Platz für neue Geschäftsmodelle bietet.