Das Düsseldorfer Unternehmen vermarktete Slips, die gegen Handystrahlung schützen sollten. Jetzt hat ein französischer Konkurrent die Hosen an.

Bei Amazon findet man sie noch in unterschiedlichen Farben und Größen – und mit eher durchschnittlichen Nutzerbewertungen: Die Unterhosen des Düsseldorfer Start-ups Kronjuwelen. Angetreten waren die vier Gründer mit dem Versprechen, dass ihre Produkte dank spezieller Beschichtungen Handy- und Wlan-Strahlungen abhalten sollten und damit sensible Bereiche schützen sollten. Jetzt verschwindet die Marke: Die Gründer haben ihr Start-up zu einem ungenannten Preis an den französischen Wettbewerber Spartan verkauft.

Strahlenschutzbekleidung für den (sehr) privaten Bereich sei ein komplett neues Marktsegment gewesen, das es zu erobern galt, sagt Mitgründer Nick Piepenburg gegenüber WirtschaftsWoche Gründer: „Das ist ein attraktives Geschäft, aber auch sehr langwierig und kostenintensiv“. Das Produktionsverfahren war mit einem süddeutschen Mittelständler umgesetzt worden.

2015 hatte das Start-up begonnen. „Wir hatten den Vorteil, dass wir früh dabei waren, haben aber ein Limit in unseren zeitlichen sowie finanziellen Ressourcen, weil wir komplett gebootstrapped waren“, berichtet Piepenburg. Ein Versuch, 2015 auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter Kapital einzusammeln, misslang – von angestrebten 25.000 Euro kamen nur etwa 11.000 Euro zusammen.

Konkurrent stärkt die eigene Marke

Das französische Start-up Spartan konnte hingegen bereits in mehreren Runden sowohl Geld aus der Crowd als auch von institutionellen Investoren einwerben. Neben dem Hauptsitz in Paris hat Spartan auch ein Büro in New York eröffnet. Von Kronjuwelen übernehmen die Franzosen jetzt vor allem den bestehenden Kundenstamm und entledigen sich eines konkurrierenden Labels: „Es ist eine strategische Übernahme zur Stärkung der eigenen Marke“, beschreibt es Piepenburg.

Mit dem Verkauf steigen alle Gründer aus der Unternehmung aus. Neben unterschiedlichen beruflichen Projekten, zum Teil auch in der Start-up-Welt, soll auch mehr Zeit für die zum Teil noch frisch gegründeten Familien bleiben: „Tatsächlich sind nämlich in unserer Kronjuwelen-Phase drei von uns vieren Vater geworden“, sagt Piepenburg – das sei nach Ansicht des Unternehmers der beste Beweis für die Wirksamkeit der Shorts.