In welchen Bereichen gründen Ihrer Erfahrung nach die meisten Frauen?

Das Gros der Frauen gründet im Dienstleistungssektor, im Handel, der Gastronomie und der Kreativwirtschaft. Es ist auffällig, dass die meisten Gründungen in den Bereichen erfolgen, in denen die Frauen auch ihre Ausbildungen gemacht haben. Richtige Quereinsteigerinnen, die sich in einem ihnen gänzlich unbekannten Bereich etablieren wollen, gibt es jedoch auch.

Übrigens gründen Frauen seltener aus der Not heraus, beispielsweise, weil sie arbeitslos geworden sind, sondern sehen dies eher pragmatisch: Die Frauen, die sich von uns beraten lassen, wollen in erster Linie als eigene Chefin selbst über die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen entscheiden. Es geht ihnen darum die Gestaltungshoheit über ihre Arbeit zu haben und sich ihre Kunden selbst aussuchen zu können.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wird es in den nächsten fünf bis zehn Jahren mehr Start-ups in Deutschland geben, die von Frauen geführt werden?

Davon gehe ich aus, ja. Immer mehr Frauen entscheiden sich für die Erwerbstätigkeit, dafür ihr eigenes Geld zu verdienen, um eine Partnerschaft auf Augenhöhe leben zu können. Und ein Teil dieser Frauen wird sich ganz selbstverständlich für die Selbstständigkeit entscheiden, was ich sehr begrüße.

Was raten Sie gründenden Frauen?

Tauscht euch aus, sucht die Kooperation statt die Konkurrenz. Das klappt glücklicherweise schon ganz gut. In Deutschland gibt es 360 Netzwerke von Gründerinnen und Unternehmerinnen – viele von ihnen branchenübergreifend – in denen man von Themen wie Marketing, über Steuerrecht bis hin zum Design der Homepage alles besprechen kann. Auch Solo-Gründerinnen stehen somit nicht alleine da.