Das Start-up hofft auf strategische Unterstützung durch den Haushaltsgerätehersteller. Der neue Investor bringt einen siebenstelligen Betrag mit – und große Pläne.

Chia-Pudding mit Beeren, Avocado-Grapefruit-Salat oder vietnamesische Frühlingsrollen: Mit solchen Rezepten will das Berliner Start-up Kptn Cook den Nutzern seine Smartphone-App schmackhaft machen. In der Anwendung werden die Nutzer dann direkt mit den passenden Angeboten von ausgewählten Supermarktketten verbunden, um die Rezepte innerhalb einer halben Stunde kochen zu können. Ein neuer Investor hat jetzt zugebissen: Der Haushaltsgerätehersteller Miele kommt als Minderheitsgesellschafter an Bord und bringt dafür einen nicht näher definierten siebenstelligen Betrag mit.

Der Deal erinnert an den Schachzug eines Konkurrenten: Die Bosch-Tochter BSH Hausgeräte hatte Ende des vergangenen Jahres die Mehrheit an dem ähnlich positionierten Start-up Kitchen Stories übernommen. Mit dem hatte Miele zuvor zusammengearbeitet.

Kptn Cook und Miele kündigten nun mit der Beteiligung auch eine strategische Zusammenarbeit an – man wolle weitere Lösungen rund um das Kochen entwickeln und Synergien nutzen, sagt Gernot Trettenbein, Geschäftsführer von Miele Venture Capital.

Miele beißt bei mehreren Start-ups zu

Der Traditionskonzern Miele belegt jedoch mit der neuen Beteiligung noch einmal, dass der Appetit auf digitale Geschäftsmodelle groß ist. Die Investments seien ein „weiterer strategischer Meilenstein“, jubelte der Konzern in einer Pressemitteilung zu den gestern veröffentlichten Umsatzzahlen.

Die erst im vergangenen Jahr gegründete Beteiligungstochter hat neben Kptn Cook auch in Loadbee, einer herstellerübergreifenden Plattform für Produktdaten, sowie in das dänische Start-up Plant Jammer investiert, welches Rezeptvorschläge aus übrig gebliebenen Lebensmitteln generiert.

Große Erwartungen stecken auch in der Neugründung M-Chef: Hier will das Unternehmen rund um einen teuren Dialoggarer hochwertige Gerichte produzieren und ausliefern – die dann in dem Miele-Gerät zubereitet werden können. Neben wohlhabenden Privatkunden könnte das Modell auch für Geschäftskunden wie Privatkliniken oder Anwaltskanzleien interessant sein, die ihr Catering verbessern wollen.