Das ist deutlich günstiger als im Durchschnitt. Der liegt bei 14,50 Euro pro Quadratmeter. Lisanne Prill weiß warum: „Es ist für den Vermieter ein Risiko an ein Start-up zu vermieten, ohne zu wissen wie es dem in einem Jahr geht.“ Bei der Vermietung von Gewerbeflächen werden normalerweise langwierige Entwicklungsanalysen über das Unternehmen angestellt, um sicherzugehen, dass der Vertrag auch erfüllt werden kann. Bei Start-ups sind solche Prognosen schwierig.

Um jungen Unternehmen trotzdem günstige Mieten anzubieten, ist die steg auf öffentliche Fördermittel angewiesen. Als die Etage 21 im Jahr 2006 renoviert wurde, übernahm die Stadt Hamburg einen Teil der Kosten – unter der Bedingung, das die Fläche später Existenzgründern zu Gute kommt. Mit diesem Konzept ist die steg Hamburg seit über 20 Jahren erfolgreich: „Die Etage 21 ist ein Selbstläufer, wir haben lange Wartelisten“, sagt Lisanne Prill.

EasyPEP ist vor einem halben Jahr in die Etage gezogen. Ein eigenes Büro anzumieten „war dann schon ein Schritt wo man gemerkt hat: Jetzt wird es wirklich ernst“ erinnert sich der Gründer. In eine andere Stadt zu gehen stand für Wahlhamburger Heindorff allerdings nie zur Debatte: „Ich bin hier vor Ort gut vernetzt, das hat uns gerade am Anfang sehr geholfen.“

Genau wie EasyPEP ließe sich auch der Münchner Gin von „The Duke“ nur schwer in eine andere Stadt umsiedeln. Deshalb hat Daniel Schönecker weiter auf dem Münchener Immobilienmarkt nach einer geeigneten Alternative gesucht und ist schließlich fündig geworden. Anfang nächsten Jahres zieht „The Duke“ auf ein neues Gelände etwas außerhalb der Stadt. „Das wird auch höchste Zeit“, sagt Schönecker. Doch gleichzeitig ist er sich bewusst: München ist deshalb so teuer, weil es so beliebt ist. „Davon profitieren wir auch. Hier gibt es für unser hochwertiges Produkt eine kaufkräftigen Nachfrage.“