Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt die Gründerin von Kompackt61, Alexandra Kletzsch auf. Sie verbessert die Öko-Bilanz von Lebensmittel-Versendern. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Eine halbe Minute mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Onlinelebensmittelhändler benutzen jede Menge Styropor, um beispielsweise gekühlte oder tiefgekühlte Speisen wie Fleisch und Käse zu versenden. Wir haben eine Verpackung aus dem nachwachsenden Rohstoff Jute, einer krautartigen Pflanze, und einer auf Kartoffelstärke basierenden Folie entwickelt. Die hält mindestens 48 Stunden kühl und ist kompostierbar.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Als Kundin, die nichts in Styropor Verpacktes kaufen wollte, habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht  auch umweltfreundlich geht. Da kam mir die Jute in den Sinn, die seit Jahrhunderten benutzt wird. Bei Ideenwettbewerben kam mein Vorschlag so gut an, dass wir das nun als Geschäft umsetzen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir bekommen für die Verpackungen Geld, wenn wir sie beispielsweise an Onlinefleischereien verkaufen. Herstellen lassen wir sie von einem Partner in Bayern. Und die Jute stammt überwiegend von Kakaosäcken, wie sie bei der Schokoladenherstellung anfallen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Die ist vor allem umweltbewusst und zukunftsorientiert wie Greta Thunberg von Fridays for Future.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind bisher noch ein sehr kleines Team, deshalb ist das mit der Vielfalt auch noch nicht so ausgeprägt. Aber die Frauenquote erfüllen wir schon mal mit mir als Gründerin.

Was war euer größter Rückschlag?
Da es uns noch nicht so lange gibt, hatten wir bisher noch keinen größeren Rückschlag. Aber der kommt  wahrscheinlich noch.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann haben wir uns als Pioniere der umweltfreundlichen Verpackung im Lebensmittelversand etabliert. Wir werden künftig aber nicht nur Isolierverpackungen anbieten. Ideen für weitere Produkte gibt es schon.

Fakten zum Start-up

Kunden: Eine Hand voll Lebensmittelversender, vor allem für Frischfleisch
Finanzierung: eigenes Geld
Gründung: 2018 in Nürnberg
Mitarbeiter: 3

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Großartige Idee! Ich drücke der Gründerin und ihrem Team alle Daumen für eine erfolgreiche Umsetzung und Markteinführung.”
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels