Ein FinTech-Studium also. Es soll eine Mischung aus Bankwesen, Programmierung und Marketing darstellen und vor allem künftige Gründer anziehen. Wir dürfen gespannt sein, ob die Strategie aufgeht. Gewagt ist es allemal, einen Studiengang mit einer derartigen Nische aufzuziehen und sich hier wiederum auf potentielle Gründer zu fokussieren.

Bei dem Gedanke daran entstehen mehr Fragen als Antworten: Wissen Abiturienten wirklich schon, ob sie später in der FinTech-Branche arbeiten wollen? Und falls ja, ob sie ein Start-up gründen wollen? Kann man in einem Studium überhaupt lernen, was einen später in der Praxis erwartet? Ist das im Studium Gelernte später nicht schon wieder altes Zeug von gestern – besonders im Bereich der Technologie? Ist jetzt schon absehbar, wohin die Reise in der FinTech-Branche gehen wird?

Anzahl der Gründer könnte steigen

Die Fragen kann wohl niemand endgültig beantworten. Wir werden abwarten müssen, wie die Situation in vier Jahren aussieht. Dann haben nämlich die ersten FinTech-Studenten ihren Abschluss und konkurrieren mit denjenigen, die bloß normale BWL, Wirtschaftsinformatik oder etwas ganz anderes studiert haben. Vermutlich werden sie sich davon nicht abhalten lassen, ebenfalls ein FinTech-Unternehmen zu gründen. Vermutlich sind sie auch genauso erfolgreich oder nicht erfolgreich.

Was man sich vom Frankfurter FinTech-Studiengang dennoch erhoffen kann, ist, dass es mehr – nicht bessere – junge Menschen gibt, die den Mut und das Know-how haben, ein Start-up in einer Branche zu gründen, die sich gerade grundlegend wandelt.