Aber mal ehrlich, wäre der Brexit wirklich so schlimm, wie uns die Experten aktuell auf allen Kanälen erzählen? Pfund statt Euro und Grenzkontrolle statt offene Schlagbäume sind so normal wie der Linksverkehr auf der Insel – bei europäischen Projekten suchte Großbritannien auch in der Vergangenheit oft eigene Wege oder Asuwege. Also warum sollte ein Goodbye von Great Britain so ein großer Verlust sein und warum sollten sich deutsche Start-ups dafür interessieren? Dafür gibt es – mindestens – drei ganz praktische Gründe:

Uns doch egal?

Erstens: Großbritannien stellt für viele deutsche Start-ups, aber auch für Start-ups aus anderen europäischen Ländern, einen wichtigen ersten Markt dar, wenn es an die Internationalisierung geht. Dort ist die Sprachbarriere niedriger als in anderen Märkten, da die heutige Gründergeneration ganz selbstverständlich Englisch beherrscht. Vor allem aber ist Großbritannien das ideale Sprungbrett für eine darauf folgende Expansion über den großen Teich. Denn wer erst einmal den englischsprachigen Markt auf der Insel erschlossen hat, für den sind die Hürden Richtung USA deutlich geringer geworden.

Zweitens: Englische Talente sind in der deutschen Start-up-Szene als Muttersprachler im Internationalisierungsprozess gefragtes Personal. Sie können als EU-Bürger vergleichsweise problemlos hier leben und arbeiten. Mit einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU würde deren Mobilität vermutlich stark eingeschränkt und der Aufwand englische Muttersprachler einzustellen, würde sich erheblich erhöhen.