In einem speziellen Segment will Ottonova punkten, als erste digitale private Krankenversicherung in Deutschland. Die Arztrechnung wird per App hochgeladen, freiwillig kann auch der Befund hinzugefügt werden, wodurch automatisch eine digitale Krankenakte entsteht. Die besondere Idee von Ottonova: Es soll nicht nur das Krankheitsrisiko abgedeckt werden, sondern der Versicherte soll direkt durch die App dazu gebracht werden, besser auf seine Gesundheit zu achten.

Start-ups sind Konkurrenz und Partner zugleich

Angesichts dieser Vielzahl an Beispielen ist es kein Wunder, dass viele etablierte Versicherungen nicht nur beim Digital Hub rund um InsurTech dabei sein wollen, sondern dass auch große Player wie Axa, Allianz oder Debeka selbst in Start-ups investieren. So mancher Versicherer entwickelt die Innovationen sogar gleich im eigenen Haus, baut eigene Entwicklungsteams und Company Builder auf. Die Deutsche Familienversicherung hat beispielsweise vor Kurzem als erste Versicherung ein sogenanntes Skill für den intelligenten Heimassistenten Alexa von Amazon angeboten. Im Dialog kann sich der Kunde zunächst über passende Angebote informieren, über die Alexa App auf dem Smartphone kann im Anschluss dann der Vertrag abgeschlossen werden.

Gerade durch die rasante Entwicklung rund um Blockchain und Künstliche Intelligenz wird es in den kommenden Monaten noch eine Vielzahl völlig neuer digitaler Versicherungs-Angebote geben. Dabei sind Start-ups zum Konkurrenz und Treiber der Branche und gleichzeitig Partner der etablierten Unternehmen. Für uns als Kunden bedeutet das, dass wir in einigen Jahren so selbstverständlich mit dem Smartphone unsere Versicherungsgeschäfte managen werden, wie wir das heute im Bereich Banking tun. Und dass es ganz neue Dienste geben wird, an die wir heute noch nicht denken – so wenig, wie sich jemand vor zehn Jahren hätte vorstellen können, von einem Telefon zum anderen Geld zu transferieren.