Anders als der main incubator, der in der Anschubphase fördert, investiert CommerzVentures in schon etwas reifere FinTech-Unternehmen. Das erste Investment ist noch ganz frisch: Erst in diesem Monat hat die Venture-Tochter der Commerzbank Geld in die eToro Group mit ihrer Social-Trading-Plattform „Open Book“ gesteckt.

Mit den beiden Investment-Töchtern schafft es die Commerzbank, die Digitalisierung nicht als Belastung oder Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen. Sie dienen quasi als Aussichtsturm auf der Suche nach innovativen Lösungen, die natürlich nicht aus Spaß an der Freude, sondern für die eigene Weiterentwicklung gebraucht werden. Das Firmenkundengeschäft etwa hat die Commerzbank erst kürzlich in Angriff genommen und eine Digitalisierungsstrategie vorgestellt mit einer modernen Internetplattform und neuen mobilen Anwendungen.

Die Entwicklung bei der Commerzbank zeigt auch, dass es nicht auf den Zweikampf „traditionelle Banken gegen junge FinTech-Startups“ hinauslaufen muss. Stattdessen setzen immer mehr beider Parteien auf eine Kooperation. Oftmals sind die Lösungen von FinTechs nämlich nicht eigenständig und schon gar nicht ohne Banklizenz nutzbar, sondern sie brauchen eine Andockstelle: jene Banken nämlich. Die Commerzbank ist nicht die einzige Bank, die sich als Partner für die jungen Wilden anbietet. Die DKB beispielsweise kooperiert mit dem P2P-Zahlungsdienst Cringle, die Wirecard Bank mit dem Girokonto-Startup Number26 oder die Fidor Bank mit dem Kreditmarktplatt Finmar. Kooperation statt Konkurrenz – wenn so der Weg in eine digitalisierte Bankenzukunft ausschaut, dann haben doch alle etwas davon.