„Uns bestätigen diese Entwicklungen, dass wir mit unserem Konzept richtig liegen“, sagt Bogumil. Die Zahlen sprechen für sie: Die über 100.000 Kundinnen zeigen sich loyal und bestellen mehrmals bei Kisura. Im Durchschnitt kaufen sie Waren von einem Netto-Wert von 200 Euro, das sei dreimal so viel wie ansonsten bei Spontankäufen im Internet, die eine höhere Umtauschquote hätten.

So zahlt sich der extra Service aus, und eine Beratungspauschale erhebt Kisura nicht. „Wir sehen das als Investition in die Kundenbeziehung, schließlich investiert auch die Kundin viel in uns, wenn sie sich ein Profil erstellt und sich Zeit für das persönliche Telefonat mit der Stylistin nimmt“, sagt Bogumil. Die geringere Umtauschrate macht das Verkaufsmodell möglich. Zudem sparen sie Fläche im Vergleich zum stationären Handel.

Persönlichkeit statt Anonymität

Ähnlich wie dieser kauft Kisura die Kleidung zu Großhandelspreisen ein und verkauft zu Einzelhandelspreisen weiter; in der Differenz liegt der Gewinn. „Es geht um Personalisierung, um Persönlichkeit statt Anonymität“, sagt Bogumil. „Curated Shopping ist eine logische Weiterentwicklung vom traditionellen Handel und Onlinehandel.“

Unsere Stylistin wird sie dann anrufen, heißt es unterdessen auf der Kisura-Homepage von Kisura. Eine neue Farbe, mal einen anderen Schnitt und ein ausgefalleneres Lieblingsstück soll die Kisura-Box dem Kleiderschrank bescheren. „Modisch wird man schnell zum Gewohnheitstier“, sagt Bogumil und verrät ihren Dauerbrenner: Bei schwarzen Kurzjacken in allen Variationen und Kombinationen sei sie der modische Wiederholungstäter. Das eigene Unternehmen liefert die Idee, wie es auch anders geht.