Genau dort hat auch Bogumil Berufserfahrung gesammelt, bevor sie zur Gründerin wurde – zusammen mit der langjährigen Freundin und heutigen Geschäftspartnerin Linh Nguyen. „Wir hatten während des Studiums an der Handelshochschule in Leipzig die eigene Firma immer vor Augen. Es war eigentlich nur die Frage, wann wir gründen“, sagt Bogumil. Im Jahr 2012 war der Stichtag und 2013 ist Kisura gestartet.

Finanziert über Business Angels und Venture Capital haben die Gründerinnen nach eigenen Angaben einen „mittleren Millionenbetrag“ investiert. Zuschüsse gab es zudem von der Investitionsbank Berlin (IBB) aus dem Programm zur Förderung von Forschung, Innovation und Technologie (ProFIT). Für letzteres qualifizierte sich Kisura mit der Entwicklung eines intelligenten Produktkatalogs, der die Stylisten bei der Mode-Beratung in Echtzeit unterstützt. Mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen Bogumil und Nguyen mittlerweile.

Start-up Stories: Gründerin Linh Nguyen im Interview

Als die beiden Freundinnen an den Start gingen, hatten andere Branchen – wie eben etwa der Brillenmarkt – ähnliche Konzepte schon erprobt, und die Modebranche hatte Curated Shopping in den USA längst getestet. Zunächst für Männer, denn die Idee: Der Modemuffel ist eher männlich, und wer ihm den Gang zur Umkleidekabine abnimmt, hebt sich von der Konkurrenz im hartumkämpften Markt ab.

„Echte Männer lassen shoppen“ ist etwa das Motto von Outfittery. , das gut drei Jahre nach der Gründung rund 200.000 Männer überzeugt. Anfang des Jahres verkündete Spotify-Investor Northzone, 20 Millionen Euro in das Berliner Mode-Start-up zu investieren. Es ist das erste Engagement der schwedischen Beteiligungsgesellschaft bei einem deutschen Unternehmen.