Mit einem umfassenden Angebot und einem Fokus auf kleinere Unternehmen will sich das Start-up von ähnlichen Plattformen abheben.

Vom einzelnen Paket über die eilige Dokumentensendung bis zur vollbepackten Palette: Geht es nach Sascha Goldstein und Kai Kleuser, müssen Unternehmen künftig nur noch eine Seite ansteuern, wenn sie Waren möglichst günstig versenden wollen. Mit Jumingo bauen die beiden Gründer seit 2017 einen Logistik-Marktplatz auf. Nutzer können dort Preise und Lieferzeiten für Sendungen aller Art vergleichen – und Dienstleister direkt über das in Bergisch Gladbach bei Köln ansässige Start-up beauftragen.

„Der Markt ist bisher sehr intransparent“, sagt Goldstein, der vor der Gründung selbst als Spediteur tätig war. Er verspricht, dass das Start-up auch bei kleinen Mengen günstige Raten anbieten kann, weil es Volumina der Kunden bündelt und bei Logistikriesen wie UPS, GLS oder Hermes Rabatte bekommt. Laut Goldstein haben bisher 100.000 Kunden über den Marktplatz versendet – darunter seien Online-Händler genauso wie produzierende Betriebe und private Vielversender. „Mit weiteren Anbindungen zu Shop-Software und Marktplätzen wollen wir nun das B2B-Geschäft weiter ausbauen“, sagt der Gründer.

Obgleich nach eigenen Angaben profitabel, hat sich das Start-up deswegen in einer siebenstelligen Finanzierungsrunde mit Tim Schumacher einen neuen Investor an Bord geholt. Der Internetunternehmer, der unter anderem den Werbeblocker Adblock Plus gegründet hatte, ist als Investor an rund 25 Start-ups beteiligt. Zu den Bestandsinvestoren von Jumingo gehören Ryan Hood, Gründer des Ebay-Konkurrenten Hood.de und Arno Nonnen, Geschäftsführer der Finanzberatung Dr. Schwarz-Schilling & Partners.

Millionenfinanzierungen für digitale Speditionen

Die Business Angels setzen auf ein wachsendes Segment: Befeuert vom wachsenden E-Commerce-Anteil sind in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Logistik-Marktplätze entstanden, die viel Wagniskapital anziehen konnten: So hat sich die digitale Spedition Instafreight im vergangenen Jahr ein zweistelliges Millioneninvestment sichern können, bei Freighthub waren es Ende 2017 schon 20 Millionen Dollar. Zuletzt 16 Millionen Euro konnte Sevensenders einsammeln. Das Berliner Start-up betreibt ein europaweites Transportnetzwerk für Pakete.

Die starke Konkurrenz fürchtet Goldstein nicht. Denn während viele der Plattformen sich auf ein bestimmtes Transportsegment konzentrieren, vermittelt Jumingo Speditionsleistungen ebenso wie Paket- und Kurierdienste sowie Luftfrachttransporte. Attraktiv wolle man dabei vor allem auch für kleinere Unternehmen sein, sagt der Gründer. „Bei uns gibt es keine Mindestversandmengen.“ Profitieren will er außerdem vom Trend zu Lieferungen am selben Tag. Besonders Kurierdienste und kleinere Speditionen will Jumingo deswegen nun verstärkt auf den Marktplatz holen. Für die Expansion sucht das aktuell 24-köpfige Start-up nun weitere Mitarbeiter – und will den Unternehmenssitz nach Köln verlegen.