Insgesagt ist das Angebot derzeit in 14 Städten verfügbar. In der Regel sucht sich Jonny Fresh eine Großwäscherei pro Stadt, in Hamburg und Wien arbeitet der Lieferdienst mit je zwei Betrieben. Das Start-up selbst beschäftigt 35 Mitarbeiter, Fahrer und Personal für die Reinigung der Wäsche sind jeweils bei den Partnerunternehmen angestellt. Rund 35.000 Privatkunden zählt Jonny Fresh nach der Übernahme des Rivalen Zipjet. Das Geschäft mit den 1.000 Unternehmenskunden macht nach Firmenangeben derzeit 40 Prozent der Umsätze aus. Weitere 50 große Unternehmen nutzten den Wäsche-Lieferservice ins Büro für ihre Mitarbeiter.

Den Zukauf von Zipjet stemmt Jonny Fresh aus Mitteln einer erst vor drei Monaten abgeschlossenen Finanzierungsrunde in Millionenhöhe. Welcher Betrag genau in die Firma floss, verrät Jonny-Fresh-Geschäftsführer Michaelis zwar nicht. Klar ist jedoch, dass das Start-up finanzkräftige Geldgeber hinter sich hat: Im vergangenen Jahr stieg der strategische Investor CWS-boco ein, der das B2B-Geschäft der jungen Firma stärken sollte. Die deutsche international tätige Textilwäscherei ist ein Ableger des Duisburger Haniel-Konzerns. Zu den Kapitalgebern des Berliner Lieferdienstes gehören zudem Lightfield Equity sowie die Beteiligungsgesellschaft Engelhardt Kaupp Kiefer.

Britische Laundrapp im Hintergrund

Das Rocket-Internet-Unternehmen Zipjet war im Vorfeld der Übernahme durch Jonny Fresh bereits mit dem britischen Wettbewerber Laundrapp verschmolzen. Die Fusion der beiden Firmen unter einer Luxemburger Holding wurde erst im März des laufenden Jahres bekannt. Nur die deutsche Gesellschaft geht nun an Jonny Fresh, Funktionen wie Vertrieb und Marketing steuert Laundrapp längst übergreifend von London aus.

Zur Zukunft des Zipjet-Teams in Deutschland macht Jonny-Fresh-Gründer Michaelis zurückhaltende Angaben: „Wir versuchen so viele Fahrer und Support-Mitarbeiter zu übernehmen wie möglich – die Entscheidung obliegt letztlich den Mitarbeitern“, sagte Michaelis zu WirtschaftsWoche Gründer. Zipjet selbst hatte in den vergangenen Jahren ebenfalls Wettbewerber zugekauft und kräftig Kapital eingesammelt. Zu den Investoren zählen der Konsumgüterkonzern Henkel sowie der Haushaltsgerätehersteller BSH Home Appliances Group.