Spotcar

Ein Jahr nach dem Start vom Carsharing-Anbieter Spotcar stellt das Unternehmen den Dienst wieder ein. Im Gegensatz zu anderen Anbietern wurden die Fahrten kilometerbasiert und nicht minutenweise abgerechnet. Benjamin Krüger, Mitgründer von Spotcar erklärt gegenüber WiWo Gründer, die verschiedenen Gründe für das frühe Aus von Spotcar: „Leider waren wir von Beginn an unterfinanziert. Die Entwicklung und der Betrieb des Produktes waren uns durch starkes Bootstrapping und sehr viel Eigeninitiative gerade so möglich. Gestartet sind wir mit ca. 430.000 Euro für 100 Fahrzeuge, Versicherung, Büro, Marketing und IT.“

Zudem sei die Burn Rate sehr hoch, da jeder Monat, den die Fahrzeuge auf der Straße stehen, Kosten verursache. Als sie endlich eine Kreditzusage von einer Bank hatten, passte die ursprüngliche Kreditsumme nicht mehr zum aktuellen Kapitalbedarf. Investoren schreckten außerdem die ungleiche Anteilsverteilung sowie die starke Konkurrenz durch die großen Anbieter wie Drive Now und Car2go ab.

Die eigentliche Schließung kam für die Kunden dann überraschend. Die folgenden Anfragen waren für Spotcar dann zu viel. „Den Prozess der Schließung hätte man vorab schon besser planen können. Durch den schnellen Shutdown hatten die Kunden keine Chance, die Kilometer noch abzufahren und den Service zu nutzen. Das war im Nachhinein betrachtet nicht sehr fair”, gibt Benjamin Krüger zu. Das ursprüngliche Team von Spotcar hat sich aufgelöst. Benjamin Krüger arbeitet heute unter anderem an einer Carsharing-Software.