Inzwischen hat ihre Erfahrung sie eines Besseren belehrt. „Ein Makler braucht vor allem eines: das Vertrauen von Kunden und Eigentümern“, sagt Gründer Hanno Heintzenberg. „Dieses Vertrauen als rein digitaler Anbieter zu gewinnen ist kaum möglich.“ Das zeigt auch der Niedergang von Rocket Internets Start-up Vermondo. Vendomo war genau wie McMakler im Juni 2015 mit großen Ambitionen und einer komplett digitalen Wohnungsvermittlung gestartet. Nur wenige Monate später löste Rocket das Unternehmen wieder auf: „Den Makler komplett zu ersetzen, hat als Geschäftsmodell in Deutschland nicht so gut funktioniert wie erhofft“, hieß es.

McMakler hat sich inzwischen für ein anderes Geschäftsmodell entschieden: weg vom rein Digitalen, hin zum sogenannten Hybridmakler. Kunden können zwar immer noch ihre Bewerbungsunterlagen auf der Internetseite hochladen, die Online-Verwaltung der Unterlagen für Vermieter aber zum Beispiel ist abgeschafft. Stattdessen führt McMakler ein bundesweites Team von festangestellten Maklern, die Besichtigungen durchführen und zwischen Eigentümern und potentiellem Mieter vermitteln.

Vertrauen als hohes Gut

Die große Digitalisierung läuft stattdessen im Hintergrund: Die Akquise neuer Wohnungen übernimmt das Online-Marketing von McMakler. Das spart dem Makler-Team wertvolle Zeit, die es in die Beratung der Kunden investieren kann. „Weil die internen Prozesse zum Teil digitalisiert sind und effizienter ablaufen, können wir unsere Dienstleistung deutlich billiger anbieten als klassische Mitbewerber“, sagt Heintzenberg. Die Provision für eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung kostet 500 Euro.

Vertrauen also ist ein hohes Gut im Maklermarkt – egal ob es, um Vermietung oder Verkauf geht. Das Kölner Unternehmen Homeday hat daher die Vertrauensfrage inzwischen sogar zum Geschäftsmodell gemacht. Statt selbst Wohnungen zu verkaufen, bewertet das Team nun Makler, die bereits auf dem Markt sind. „Viele Wohnungen in Deutschland werden von Privatpersonen und nicht von Immobilienkonzernen verkauft oder vermietet. Gleichzeitig ist der Maklermarkt vielfältig und regional geprägt“, sagt Wicker. „Für die privaten Eigentümer ist es oft schwer herauszufinden: Welcher Makler passt zu mir?“ Homeday schaut sich dafür mehr als 15 verschiedene Kriterien an: Wer stellt wann welche Inserate online? Wie schnell sind die Wohnungen vermittelt? Welche Expertise hat ein Makler für eine bestimmte Objektart? Dann bekommt der Eigentümer eine Empfehlung – und Homeday einen Teil der Maklerprovision.