Das niedersächsische Familienunternehmen holt sich Anteile an der niederländischen Festival-App Woov. Damit zielen beide Firmen auf eine ähnliche Zielgruppe.

Vor welcher Bühne stehen meine Freunde? Und wo geht es zum nächsten Essenstand? Bei solchen Informationen auf und rund um Musikfestivals will die niederländische App Woov helfen. Auf 800 Veranstaltungen in 41 Ländern ist das Start-up in diesem Jahr bereits vertreten. Als Gesellschafter mit dabei ist nun auch M-Venture, die Beteiligungsgesellschaft des Spirituosen-Herstellers Mast-Jägermeister.

Investitionssumme und Anteilshöhe wurden bei der Beteiligung nicht bekanntgegeben. Es werde auch in Zukunft kein Branding oder Marketing von Jägermeister auf der Plattform geben, versichert Christoph Goeken, Managing Director von M-Venture, gegenüber WirtschaftsWoche Gründer. „Unser Ziel ist die gemeinsame Weiterentwicklung“. Man wolle etwa erkunden, wie man die Distribution in wichtige Festivals weltweit vorantreiben oder die eigenen Festival-Auftritte noch besser aktivieren könne.

Junge Zielgruppe im Blick

Trotz unterschiedlicher Tradition und Produkte zielen beide Firmen auf dieselbe Zielgruppe: Das 2016 gegründete Woov baut mit seinen 25 Mitarbeitern eine App für Festivalbesucher und vermarktet diesen Service an Veranstalter und Sponsoren. In der aktuellen Finanzierungsrunde habe man vor allem nach strategischen Investoren Ausschau gehalten, sagt Irfan van Ewijk, Mitgründer von Woov. Neben M-Venture haben sich auch eine Werbeagentur, ein Medienunternehmen und eine Marktforschungsgruppe beteiligt.

Jägermeister ist seit einigen Jahren mit der Strategie angetreten, zu den „Besten Nächten des Lebens“ beizutragen. Die sollen in Zukunft nicht mehr in jedem Fall mit dem bekanntesten Produkt Kräuterlikör verknüpft sein. Zuvor hatte sich M-Venture bereits am Hamburger Gin-Hersteller Gin Sul sowie dem Start-up ArtNight beteiligt, das Mitmal-Events organisiert und vermarktet.

Gemeinsam habe man hier nach dem Einstieg bereits ein neues Model aufgebaut, berichtet Goeken: Die „ShakeNights“ übertragen das Konzept des Kunstworkshops in Cocktail-Bars – bei der Vermittlung der passenden Lokale habe Jägermeister geholfen. Und weitere Kooperationen innerhalb des wachsenden Start-up-Portfolios seien durchaus möglich, so Goeken: „Überschneidungen, die über solche Erweiterungen hinausgehen, sind für die Zukunft ebenfalls denkbar.“