Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Isar Aerospace, Josef Fleischmann, Daniel Metzler und Markus Brandl, an. Ihr Start-up entwickelt Trägerraketen für kleinere Satelliten. Wie urteilt Investor Frank Thelen?

Eine halbe Minute mit Investor Frank Thelen im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Satelliten werden immer kleiner und effizienter, deswegen entwickeln wir Trägerraketen speziell für diese Satelliten. Unsere Triebwerke transportieren 600 bis 1000 Kilogramm schwere Flugkörper in den  niedrigen Erdorbit. Wir sind quasi das europäische SpaceX.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir waren anfangs nur eine Gruppe von Luft- und Raumfahrt- und Maschinenbaustudenten, die  Raketensysteme entwickelten. Irgendwann interessierten sich dann Unternehmen für unsere Antriebe,  denn bei kleinen bis mittelgroßen Trägerraketen ist das Angebot bislang überschaubar.

Und wie verdient ihr damit Geld?
2023 werden wir Gewinn machen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … pragmatisch, was unsere Entwicklung und unsere Ansprüche angeht.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind 16 Leute, davon sind sechs Teammitglieder aus anderen Nationen. Außerdem arbeiten bei uns zwei technische Entwicklerinnen.

Was war euer größter Rückschlag?
Bisher hatten wir noch keinen richtig großen Rückschlag. Aber so langsam beginnen wir mit den ersten  Versuchen. Viele Mitbewerber, Investoren und Interessenten beobachten uns, und der Druck auf uns  nimmt zu. Ende Februar planen wir einige Teststarts, die für uns besonders wichtig sind. Wir hoffen, dass dann nichts explodiert. Ansonsten wäre das ein ordentlicher Rückschlag.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Isar Aerospace etabliert sich als führender Dienstleister und Anbieter für den Transport von kleinen und mittleren Satelliten. Und das zu Preisen, die man bisher nicht kannte. Aber nicht nur bei den Kosten, auch durch unser Knowhow heben wir uns deutlich von den bestehenden Unternehmen ab. Wir wollen eine Größe in Europa sein, zu der man aufschaut.

Fakten zum Start-up:

Kunden: Bereits viele Absichtserklärungen für Transportflüge im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro
Finanzierung: Risikokapital
Gründung: 2018 in München
Mitarbeiter: 16

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 3/5

Urteil: „Isar Aerospace ist auf einer wichtigen Mission. Aber wie man bei SpaceX sieht, sind Raketen ein sehr risikoreiches und kostenintensives Unterfangen. Es kann viel schiefgehen, und man muss viel Geld ins Feuer legen“
Frank Thelen, Gründer der Wagniskapitalfirma Freigeist, einstiger Investor bei MyTaxi und Wunderlist