Das Münchener Start-up will kleinere Satelliten kostengünstiger in den Orbit befördern. Daran hat auch der europäische Luftfahrtkonzern ein großes Interesse.

Die Ambitionen von Isar Aerospace sind groß: „Wir sind quasi das europäische SpaceX“, ließen sich die Gründer im Frühjahr mit Blick auf Elon Musks Raketen-Unternehmung zitieren. Jetzt rückt das Münchener Start-up enger an einen europäischen Industriegiganten heran. Isar Aerospace hat ein sogenanntes Memorandum of Understanding mit Airbus abgeschlossen.

Bei dieser Absichtserklärung geht es um den gemeinsamen Transport von kleineren Satelliten in niedrigere Höhen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von einer Umlaufbahn in etwa 500 Kilometer Höhe. Hier kreisen immer mehr Flugkörper, weil Telekommunikations-Unternehmen oder Anbieter von Kartenmaterial die Beobachtungs- oder Kontaktpunkte im Orbit benötigen.

Isar Aerospace will von der dadurch wachsenden Anzahl an Raketenstarts profitieren. Das Start-up bastelt unter anderem an alternativen Antrieben für Trägerraketen. Die sollen durch eine Mischung aus Kohlenwasserstoffen und flüssigem Sauerstoff angetrieben werden. Größere Raketenstarts sind heute noch mit hohen Kosten verbunden – neue Technologien und auch wiederverwendbare Elemente sollen die Preise in Zukunft deutlich senken.

Airbus will auf dem neuen Markt mitmischen

Auch Airbus hofft auf einen wachsenden Markt. Kleinere Trägerraketen würden eine bisher unbefriedigte Nachfrage bedienen, sagt Philippe Pham, Leiter der Erdbeobachtungs-Abteilung bei Airbus. Die nun geschlossene Partnerschaft mit Isar Aerospace habe das Potenzial, diese vielversprechende Sparte zu unterstützen.

Kooperationen wie die nun abgeschlossenen mit Airbus sind zentral für das Münchener Start-up. Mit ihrem Geschäftsmodell bewegen sie sich auf einem hochtechnisierten und -regulierten Markt. Bis die ersten Starts oder Antriebe verkauft werden können und für Umsätze sorgen, dauert es. Im vergangenen Jahr waren mehrere Investoren mit einem Millionenbetrag bei Isar Aersopace eingestiegen. Kurz nach der Gründung war das Start-up bereits durch ein Förderprogramm der European Space Agency unterstützt worden.

Für das kommende Jahr plant das 2018 gegründete Isar Aerospace nun die ersten Teststarts. Ende 2021 sollen dann erste Raketen mit Nutzlast abheben. Nach eigenen Angaben bestehen bereits Verträge mit mehreren möglichen Startrampen für diese Abflüge.