Die Cloud-Software des Berliner Start-ups hilft Unternehmen, sich einen Überblick zu Patenten und Forschungsthemen zu verschaffen.

Qualcomm erwirkte im Januar ein Verkaufsverbot für iPhones, Bayer errang im Februar in den USA einen Sieg über den Rivalen Takeda, Blackberry und Facebook überzogen sich vergangenes Jahr mit Klagen: Patenstreits sind im Wirtschaftsleben keine Seltenheit – und können millionenschwere Strafen nach sich ziehen. Zur Risikominimierung beitragen will IPlytics. Das 2012 von Tim Pohlmann in Berlin gegründete Start-up hat eine Analysesoftware entwickelt, die Unternehmen hilft, einen Überblick zu weltweiten Patenten zu erhalten.

Nach einer Seed-Finanzierungsrunde Ende 2015 und mehreren EU-Förderungen hat das Start-up nun einen einstelligen Millionenbetrag von Investoren eingeworben. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, wurde die aktuelle Finanzierungsrunde angeführt von dem im Münster ansässigen Wagniskapitalgeber eCapital. Auch der High-Tech Gründerfonds (HTGF) habe Geld nachgeschossen.

„Unser Fokus liegt nun darauf, den Vertrieb auszubauen und zu internationalisieren“, sagte Rosann Brandt, Chief Operating Officer von IPlytics, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Bereits jetzt stammten die Kunden zu gleichen Teilen aus Europa, Asien und den USA. Zu den Kunden in Deutschland zählten die Autobauer Volkswagen, Audi und Daimler. International setzten neben anderen Huawei, Microsoft und Intel die Software ein.

KI bewertet Patente

Über die englischsprachige Plattform von IPlytics können Firmen analysieren, wie sie im Vergleich zu Wettbewerbern aufgestellt sind und an welchen Themen geforscht wird. Die Besonderheit: Das Start-up gibt an, Künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen, um Patente zu bewerten, thematisch zu clustern und mit weiteren Dokumenten wie Forschungsartikeln oder Unternehmensprofilen zu verknüpfen. Dazu zapft die Software Daten von Patentämtern weltweit an und bringt diese in ein einheitliches Format. Dokumente werden maschinell ins Englische übersetzt.

Mit der Zusammenfassung und Aufbereitung der Daten will sich IPlytics auch von Octimine abheben. Das in München gegründete Start-up bietet ebenfalls eine Software für die Recherche und Analyse von Patenten an. Die Gründer hatten kürzlich ihr Unternehmen im Herbst an die Luxemburger Dennemeyer Gruppe verkauft.